Landesmuseum zeigt Schätze aus niedersächsischen Klöstern

Nachricht 20. April 2018

Hannover. Kunstschätze aus niedersächsischen Klöstern sind von Freitag an im Niedersächsischen Landesmuseum in Hannover zu sehen. Anlass ist das 200-jährige Bestehen der Klosterkammer Hannover. Der Großteil der rund 170 Leihgaben stammt aus den Frauenklöstern der Lüneburger Heide, wie Direktorin Katja Lembke am Donnerstag erläuterte. Diese seien nie besonders reich gewesen und hätten deshalb viele Gegenstände aus Gottesdienst und Lebensalltag gut bewahrt. Viele Ausstellungsstücke sind erstmals außerhalb der Klöster zu sehen. Die Sonderausstellung "Schatzhüterin. 200 Jahre Klosterkammer Hannover" läuft bis zum 12. August.

Präsentiert werden etwa ein vergoldeter Äbtissinnenstab, Andachtsbilder oder die älteste bekannte Brille der Welt. Sie stammt aus dem späten 14. Jahrhundert und wird im Kloster Wienhausen bei Celle aufbewahrt. Die Schau wird zudem durch Leihgaben aus Dänemark oder Großbritannien ergänzt. Zu den herausragenden Exponaten gehört ein Original-Großporträt des welfischen Prinzregenten Georg von Hannover (1762-1830), dem späteren britischen König Georg IV. Das Gemälde wurde aus dem Vatikan in Rom entliehen. Georg hatte die Klosterkammer am 8. Mai 1818 gegründet. Sie sollte säkularisiertes Klostervermögen verwalten.

Heute ist die Klosterkammer eine Sonderbehörde unter Rechtsaufsicht des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, die unabhängig vom Staatsvermögen vier Stiftungen verwaltet. Sie kümmert sich unter anderem um die Unterhaltung von 20 Klöstern, 43 Kirchen, rund 800 vielfach denkmalgeschützten Gebäuden und rund 12.000 Kunstgegenständen. Hinzu kommt Grundbesitz, darunter viel Wald. Aus diesem Vermögen unterstützt die Klosterkammer heute jährlich rund 200 Projekte aus Kirche, Bildung und sozialer Arbeit mit rund drei Millionen Euro.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen