Gottesdienst erinnert an Königin Marie von Hannover

Nachricht 16. April 2018

Hannover. Ein Gottesdienst in der evangelischen Christuskirche in Hannover hat am Sonntag an Königin Marie von Hannover (1818-1907) erinnert. Sie wäre am 14. April 200 Jahre alt geworden. Marie war die Frau des letzten Königs von Hannover, Georg V. Im Jahr 1859 legte die gläubige Protestantin in Hannover aus privaten Geldmitteln den Grundstein für eine "Krankenanstalt für höhere Ansprüche", an die ein evangelisch-lutherisches Diakonissen-Mutterhaus angeschlossen war. Dafür stiftete sie 6.000 Goldtaler aus dem Erbe ihrer Großmutter Henriette von Württemberg.

Der theologische Geschäftsführer von Diakovere, Pastor Uwe Mletzko, wies in seiner Predigt auf die Bedeutung des 1860 eingeweihten Henriettenstifts hin. Zur Zeit von Marie sei die Gesellschaft weit entfernt gewesen von Kranken- und Sozialleistungen, die heute selbstverständlich seien. "Wer krank war der war letztlich arm, ohne Versorgung, teilweise ausgestoßen und aussätzig. Gerade weil es nicht selbstverständlich war, alle Kranken zu pflegen, ist die Einrichtung der Henriettenstiftung ein wichtiges Signal gewesen."

Zum Stift gehören heute auch mehrere Häuser der Altenhilfe. Es ist Teil des Konzerns Diakovere. Die Straße vor der Klinik, die zentrale Marienstraße, wurde nach Königin Marie benannt.

An Marie und ihren Ehemann Georg V. (1819-1878) erinnert auch eine Ausstellung auf Schloss Marienburg bei Hannover. Das zwischen Hannover und Hildesheim gelegene Schloss ließ der erblindete König Mitte des 19. Jahrhunderts als Geburtstagsgeschenk für seine Ehefrau bauen. Marie konnte es jedoch nur kurze Zeit nutzen. Nachdem Preußen 1866 das Königreich Hannover besiegt und annektiert hatte, folgte sie ihrem Mann ins Exil nach Österreich.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen