Bischöfe rufen zu Ostern zu Hoffnung und Zusammenhalt auf

Nachricht 02. April 2018

Hannover/ Braunschweig/ Bückeburg. Bischöfe und leitende Theologen aus Niedersachsen haben in ihren Osterpredigten zu Hoffnung aufgerufen und gesellschaftlichen Zusammenhalt angemahnt. Landesbischof Ralf Meister  warnte vor Antisemitismus und unterstrich die Verbindung zwischen Christen und Juden. "Ich betone das, weil das Aufflammen des Antisemitismus in Europa niemals eine theologische Begründung haben darf", sagte er am Ostersonntag in der Marktkirche in Hannover. "Antisemitismus bleibt Gotteslästerung."

Der evangelische Theologe wandte sich gegen Versuche, Menschen wegen ihrer Religion gesellschaftlich auszugrenzen. Christen verstünden das Osterfest als Hoffnungssignal für alle Menschen, sagte er. "Ostern ist eine Befreiung nicht nur für Christinnen und Christen."

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns richtete sein Augenmerk vor allem auf die 17 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 65 Jahre sind. "Wie wollen wir mit einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft umgehen?", fragte er. Nötig seien Konzepte gegen Altersarmut und für eine angemessene Altenpflege. "Die Menschlichkeit einer Gesellschaft entscheidet sich nicht zuletzt daran, wie sie die Würde alter Menschen achtet und fördert", sagte der evangelische Landesbischof im Braunschweiger Dom.

Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke rief dazu auf, auch angesichts von Krieg und Leid die Hoffnung nicht zu verlieren. "Schon weit vor der Auferstehung Jesu wurde in Bildern von der Hoffnung, die Ostern ausmacht, gesprochen", sagte er in der Bückeburger Stadtkirche. "Und natürlich erheben wir seit Ostern die Stimme gegen die Todesmächte in dieser Welt - gegen die Herren und die Herrschenden, die ihre Lust und scheinbare Freude daran haben, ihre Völker zu quälen und klein zu halten."

Der Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Martin Heimbucher, appellierte im ostfriesischen Uttum bei Emden an die Menschen, auch in persönlich dunklen Zeiten auf Gott zu vertrauen. Gott stehe Kranken und seelisch Bedrückten zur Seite, sagte er. Heimbucher warnte davor, andere Menschen abzustempeln. Menschen neigten dazu, andere auf ihre Fehler und Schwächen festzunageln. Doch auch, wer angesichts von Leiderfahrungen nicht in den österlichen Lobgesang einstimmen könne, sollte die Hoffnung nicht aufgeben.

Der Hildesheimer katholische Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger warnte vor Gleichgültigkeit. "Zehntausende sind im Meer elendig umgekommen und wir weinen noch nicht einmal mehr, hat Papst Franziskus bei seinem Besuch in Lampedusa gesagt und die Globalisierung der Gleichgültigkeit beklagt", sagte er im Hildesheimer Dom. Der Bischof rief dazu auf, eine Sehnsucht nach dem Glauben ernst zu nehmen und die christliche Botschaft mit anderen zu teilen.

Der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe ermutigte in der Osternacht zur Zuversicht und Hoffnung. Ostern stehe für die Überwindung von Dunkelheit und Angst, sagte Wübbe am Samstag im Osnabrücker Dom. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi von den Toten sei auch in der heutigen Zeit aktuell. Sie gebe vielen Menschen Trost und Halt "in dunklen und schwierigen Lebenssituationen". 

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen