Landesbischof und Ministerpräsident senden Glückwünsche zum Pessachfest

Nachricht 31. März 2018
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Pessach Haggada mit einer Anordnung zur Pessach Feier (Frankfurt, 1731) im Museum Judengasse am 17.03.2016 in Frankfurt am Main. Bild: Thomas Rohnke@epd-bild

Hannover. Landsbischof Ralf Meister und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben den Juden im Land ihre Glückwünsche zum am Freitag begonnenen Pessachfest überbracht. Der evangelische Bischof Meister griff in seinem Segenswunsch die Diskussion um eine mögliche Einführung des Reformationstags als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen auf: "Ich respektiere die Kritik an dem Reformationsfeiertag und verstehe sie als Ansporn, in der Landeskirche Hannovers die Reflexion auch über die Schattenseiten der Reformation fortzusetzen."

Die evangelische Kirche setzt sich für den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag ein. Die jüdischen Gemeinden lehnen diesen Tag mit Verweis auf die Judenfeindlichkeit des Reformators Martin Luther (1483-1546) ab.

"Unsere Landeskirche bemüht sich seit mehreren Jahrzehnten um ein gutes Verhältnis zu den jüdischen Gemeinden", schreibt Meister in dem stellvertretend an den Rabbiner Gabor Lengyel und die jüdischen Verbandsvertreter Ingrid Wettberg, Michael Fürst und Katarina Seidler gerichteten Brief. Es sei schmerzvoll, wenn durch die Diskussion um den Feiertag das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in die Solidarität der Kirche gelitten habe. Die Solidarität sei ungebrochen.

Auch Ministerpräsident Stephan Weil und die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf (beide SPD), wünschten den Juden alles Gute zum Pessachfest.

Meister betonte mit Blick auf den Karfreitag, der an das Sterben Jesu erinnert: "Es ist beschämend, wie viel Leid im Namen Jesu Christi in der Vergangenheit über Jüdinnen und Juden gekommen ist." Der Karfreitag sei für Jüdinnen und Juden viele Jahrhunderte hindurch ein Tag gewesen, an dem sie kollektiv für den Tod Jesu verantwortlich gemacht und darum oft bedroht, verfolgt und sogar getötet worden seien.

Passah - auf hebräisch "Pessach" - bedeutet "vorübergehen, verschonen". Nach den Berichten im Zweiten Buch Mose ließ Gott die erstgeborenen Kinder der Ägypter töten, verschonte aber die Israeliten und verhalf ihnen zum Auszug aus Ägypten. Das Pessachfest steht auch in Zusammenhang mit dem christlichen Osterfest. Nach den Berichten des Neuen Testaments war die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern, das Abendmahl, ein Essen zum Pessachfest.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen