Niedersächsischer Hospizverband besteht 25 Jahre

Nachricht 26. März 2018
394969_4639832
Gedenkbuch und Kerze in einem Hospiz. Bild: epd-Bild/Martin Egbert

Hannover. Zum 25-jährigen Bestehen des Hospiz- und Palliativverbandes Niedersachsen haben Experten eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Hospizarbeit gefordert. Aus der von bundesweit bisher mehr als 1.780 Institutionen und mehr als 21.500 Einzelpersonen unterschriebenen "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen" müsse eine nationale Strategie erwachsen, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Gert Klaus, am Freitag in Hannover. Es gehe darum, die Wahrung der Würde in der letzten Lebensphase weiter im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.

Der Hospiz- und Palliativverband Niedersachsen wurde 1993 ins Leben gerufen. "Anfang der 1990er Jahre steckte die ehrenamtliche Hospizarbeit quasi noch in den Kinderschuhen", sagte Klaus. Heute engagierten sich in Niedersachsen mehr als 16.000 Mitglieder in der Hospizarbeit, darunter rund 7.000 aktive Ehrenamtliche. Neben den 130 ambulanten und 26 stationären Hospizen gebe es 46 spezielle ambulante Palliativ-Teams und in den Krankenhäusern rund 320 Betten für die Versorgung.

Die Vertreterin des niedersächsischen Sozialministeriums, Claudia Schröder, hob hervor: "Die Ehrenamtlichen sind die tragende Säule in der Hospizarbeit." Zudem verbinde der Verband das Ehrenamt mit Professionalität. Ein Meilenstein sei das von dem Verband entwickelte Gütesiegel für stationäre Hospize, mit dem in Niedersachsen inzwischen sechs Häuser ausgezeichnet wurden.

Als Vertreter der Kostenträger betonte Helmut Glenewinkel von der AOK Niedersachsen, angesichts des demografischen Wandels und einer zunehmenden Zahl von Menschen mit chronischen und unheilbaren Erkrankungen wachse die Bedeutung der Hospizarbeit. Das bedeute jedoch nicht, dass jedes gewünschte stationäre Hospiz mit Blick auf Qualität und Wirtschaftlichkeit auch sinnvoll sei.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen