„Verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser“

Nachricht 22. März 2018

Brot für die Welt beim Internationalen Wasserforum in Brasilia

Brot für die Welt plädiert für verbindliche Regeln und einen nachhaltigen Umgang mit den weltweiten Wasserressourcen. Aus Anlass des Weltwassertages am 22. März weist das evangelische Hilfswerk darauf hin, dass auch Deutschland und die EU Verantwortung dafür tragen, wenn hoher Wasserverbrauch für Exportagrargüter zu Armut und Vertreibung in Ländern des Südens führen. Beim Internationalen Wasserforum in Brasilia (17. bis 22.3.) und dem parallel stattfindenden Forum der Zivilgesellschaft werden Fachleute, Politiker und Aktivisten über den zukünftigen Umgang mit diesem wertvollen Gut beraten. Gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen beteiligt sich Brot für die Welt an beiden Foren.

In vielen Regionen der Welt nimmt die Wasserknappheit zu. Hauptursachen sind die industrielle Landwirtschaft, das rasante Wachstum der Städte und Dürren als Folge des Klimawandels. „Besonders stark von Wasserknappheit betroffen sind Kleinbauern. Ihre Existenz hängt davon ab, dass sie genügend Wasser bekommen“, sagt Andrea Müller-Frank, Referentin für das Recht auf Nahrung bei Brot für die Welt in Berlin.

70 Prozent der weltweiten Wasserentnahmen gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Das Wasser wird unter anderem für die Herstellung von Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit oder Baumwolle für Bekleidung verwendet. „Die Länder der Nordhalbkugel tragen über den Agrarimport und die Ausweitung der intensiven Bewässerungslandwirtschaft erheblich zur Aufzehrung von Süßwasserressourcen bei. „Das muss sich ändern“, sagt Müller-Frank. „Der Zugang zu Wasser muss international gerechter geregelt werden, um die lokale Versorgung mit Trinkwasser und damit die Ernährung zu sichern.“

Alle drei Jahre veranstaltet der internationale Weltwasserrat unter Beteiligung von Ministerien, multilateraler Organisationen, Entwicklungsbanken und der Privatwirtschaft das Weltwasserforum. Kritiker erwarten in erster Linie Empfehlungen im Interesse der Finanz- und Privatwirtschaft. Deswegen veranstalten Kirchen, Non Profit Organisationen, Indigenengruppen und soziale Bewegungen ein Parallelforum, das gegen die Privatisierung der staatlichen Wasserversorgung und die Verschwendung von Wasser mobilisiert.

Auf das Problem der Privatisierung von Wasserressourcen spielt die Karikatur an, die der Künstler Sisam Ben anlässlich des Weltwassertages für uns gezeichnet hat. Er bezieht sich auf die Jahreslosung, die da lautet: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Die Losung erinnert uns an unsere christliche Aufgabe dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen auf der Welt Zugang zu sauberem Wasser haben.

Weltweit engagiert sich Brot für die Welt für das Menschenrecht auf sauberes Wasser. Bitte unterstützen Sie unser Engagement, indem Sie in Ihren Kirchenkreisen und Gemeinden auf den Weltwassertag und die Bedeutung von sauberem Trinkwasser aufmerksam machen.