Evangelischer Frauenverband positioniert sich gegen Kopftuchverbot

Nachricht 09. Januar 2018
Kopftuch
(Symbolfoto) Bild: Heike Lyding, epd-Bild

Hannover. Der Verband Evangelische Frauen in Deutschland hat sich gegen ein generelles Kopftuchverbot in Deutschland ausgesprochen. "Zur grundgesetzlich garantierten freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört auch das Recht jeder Frau, frei über ihre Kleidung zu entscheiden", schreibt die Vorsitzende Susanne Kahl-Passoth in einem am Montag in Hannover veröffentlichten Kommentar. Von der Umsetzung dieses Rechts in gesellschaftliche Realität, sei Deutschland weit entfernt, wie die immer wieder aufkeimenden Debatten um die sogenannte Kopftuchfrage zeigten.

Ein generelles Kopftuchverbot, ob nur für Minderjährige oder auch für erwachsene Frauen, wäre außerdem verfassungswidrig, so Kahl-Passoth. Einzelne Kleidungsstücke von Frauen dürften nicht ins Zentrum gesamtgesellschaftlicher Debatten geraten, die dabei noch emotional und symbolisch aufgeladen würden.

In Deutschland hatte es teils aus rechten Kreisen immer wieder die Forderung nach einem generellen Verbot des Kopftuchs gegeben. So hatte sich die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestagswahlkampf 2017 dafür ausgesprochen. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hatte beispielsweise ein generelles Kopftuchverbot für Schülerinnen gefordert.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

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Der Dachverband Evangelische Frauen in Deutschland mit Sitz in Hannover ist nach eigenen Angaben "die Stimme evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft". Zum Verband gehören 39 Organisationen mit zusammen rund drei Millionen Mitgliedern.

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