Menschenrechtler: Rohingya-Krise noch nicht gelöst

Nachricht 27. Dezember 2017

Göttingen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die systematische Vertreibung der Rohingya-Minderheit aus Myanmar als größte Flüchtlingstragödie des ablaufenden Jahres bezeichnet. Vier Monate nach Beginn des Flüchtlingsdramas forderte die Menschenrechtsorganisation dringend mehr humanitäre Hilfe für die nach ihren Angaben 655.000 Geflüchteten und mehr Anstrengungen für eine politische Lösung der Krise. "Die Rohingya sind die Verlierer des Jahres", sagte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

"Die Rohingya-Krise ist noch nicht gelöst", sagte Delius. Dringend müsse der internationale Druck auf Regierung und Militär erhöht werden, damit grundlegende Menschenrechte der Minderheit anerkannt und Bedingungen für eine menschenwürdige Rückkehr der Flüchtlinge erfüllt würden. Die Lage der Rohingya sei katastrophal. "Ein Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Mindestens ein Viertel dieser Flüchtlinge sind unterernährt."

Eine Rückführung dieser Flüchtlinge sei nicht absehbar, hieß es. Zwar wollten Myanmars Behörden mit der Repatriierung bis zum 23. Januar beginnen. "Doch angesichts anhaltender Menschenrechtsverletzungen wird niemand freiwillig zurückkehren wollen", sagte Delius. Auch wolle Burma täglich nicht mehr als 300 Geflüchtete zurücknehmen. So würde es mehr als fünfeinhalb Jahre dauern, bis alle Geflüchteten wieder in ihre Heimat zurückkehren könnten.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen