Landessuperintendent Rathing: Kunst kann Kirchen Anregungen geben

Nachricht 27. September 2017

Lüneburg. Der Lüneburger Regionalbischof Dieter Rathing hat die Kirchengemeinden zu noch mehr Zusammenarbeit mit örtlichen Kunst- und Kulturinitiativen aufgerufen. Der Dialog sei für beide Seiten bereichernd, sagte Rathing am Montag in Winsen an der Aller. Der evangelische Regionalbischof besuchte dort zum Abschluss einer Rundreise das Kulturcafé "nebenan", das als Teil der Kirche im Ort unter anderem Ausstellungen, Kleinkunst-Veranstaltungen, Filmabende und diakonische Projekte organisiert.

Rathing bereist einmal im Jahr unter jeweils wechselnden Themen Gemeinden und Einrichtungen in seinem Kirchensprengel zwischen dem Norden Niedersachsens und dem Celler Land. Diesmal standen Kultureinrichtungen im Mittelpunkt: von der Kulturkirche in Buchholz in der Nordheide über Kunststätten bis zu Kulturvereinen wie der Initiative "Raum 2" in Dannenberg. "Kirchengemeinden können sich als Orte der Darstellung von Kunst und Kultur entdecken", sagte er. Dabei zeigten Beispiele wie der Kulturbahnhof in Hitzacker, dass dies auch ohne viel Geld möglich sei. "Viel wertvolle Kulturarbeit wird mit geringen finanziellen Mitteln geleistet."

Auch von den größeren professionell geführten Kultureinrichtungen könnten die Kirchen lernen, sagte Rathing, der unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg und in der Kunststätte Bossard in Jesteburg bei Hamburg zu Gast war. Sie seien beispielhaft darin, Kunst zu vermitteln und verständlich zu machen, etwa durch Projekte mit Schülern. Damit könnten sie Anregungen für die Vermittlung des christlichen Glaubens und die Auseinandersetzung mit existenzielle Fragen geben. Zudem könnten Kunstprojekte Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt bringen. "Künstlerische Gestaltung kann ein Mittel zur kulturellen Integration von geflüchteten Menschen sein."

Nach Angaben des Kunstbeauftragten der hannoverschen Landeskirche, Matthias Surall, fördert die evangelische Landeskirche die Kulturarbeit ausgewählter Kirchen. Von 2018 bis 2021 stellt die Landeskirche dafür erneut insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld unterstütze der Fonds "Kulturarbeit in Kirchen - Kulturkirchen" unter dem Dach der landeskirchlichen Hanns-Lilje-Stiftung von einer Jury ausgewählte Kulturkirchen und kirchliche Projekte zum Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kirche. Surall begleitete den Regionalbischof auf seiner Rundreise.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen