Evangelische Kirchen gratulieren zu jüdischem Neujahrsfest

Nachricht 20. September 2017

Hannover. Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen haben den Jüdinnen und Juden in Niedersachsen zu ihrem bevorstehenden Neujahrsfest "Rosch Haschana" gratuliert. In einem Brief an die Vorsitzenden der jüdischen Verbände übermittelte der Ratsvorsitzendes der Kirchen-Konföderation, Landesbischof Ralf Meister aus Hannover, seine Glück- und Segenswünsche zum neuen jüdischen Jahr 5778. Mit dem Fest Rosch Haschana, das in diesem Jahr von Mittwoch bis Freitag gefeiert wird, beginnen die zehn "ehrfurchtsvollen" Tage, die mit dem jüdischen Versöhnungsfest "Jom Kippur" enden.

Mit Blick auf das 500. Jubiläum der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) erinnerte Bischof Meister auch an eine Erklärung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Antijudaismus. Das Kirchenparlament hatte darin die Judenfeindschaft Luthers als "Widerspruch zum Glauben an den einen Gott" eindeutig verurteilt. Landauf und landab beschäftige sich die Kirche mit vielfältigen Aspekten der Reformation, schreibt Meister. "Hierzu gehören auch die Auswirkungen der Reformation auf jüdisches Leben, vor allem die selbstkritische Auseinandersetzung mit dem judenfeindlichen Erbe Martin Luthers."

Wie in den vergangenen Jahren gratulierte Meister den jüdischen Bürgern auch mit einer Anzeige, die den Angaben zufolge in mehreren Zeitungen erscheint. In diesem Jahr sei ein Granatapfel abgebildet, der traditionell an Rosch Haschana gegessen werde. Damit verbunden sei der Wunsch, im neuen Jahr so viele Lebensregeln zum Umgang der Menschen mit Gott zu erfüllen, wie der Granatapfel Samen habe. In Niedersachsen leben rund 9.000 Juden, die in 19 Gemeinden und zwei Landesverbänden organisiert sind.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen