Gesundheitsministerin würdigt kirchliche Krankenhäuser

Nachricht 13. September 2017

Hannover. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) hat die Arbeit der kirchlichen Krankenhäuser gewürdigt. "Krankenhäuser mit christlicher Werteorientierung stellen den Menschen ins Zentrum ihrer Arbeit", sagte sie am Montagabend bei der Jahrestagung des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes in Hannover. "Davon profitieren die Patienten, aber auch die Mitarbeiter." Natürlich müssten auch kirchliche Krankenhäuser im Kostenwettbewerb bestehen. Dennoch habe die zuwendungsorientierte Medizin hier einen hohen Stellenwert und sei tief im Leitbild verankert.

Laut Rundt wird der Bedarf an zuwendungs- und pflegeorientierter Medizin mit der wachsenden Zahl älterer Menschen in Zukunft deutlich steigen. Diese Form der Medizin sei jedoch mit der immer stärkeren Ökonomisierung in den Kliniken durch Fallpauschalen nicht vereinbar, kritisierte die Ministerin. "Je stärker der Kostendruck ist, desto höher ist die Gefahr, dass die Krankenhäuser gerade da sparen, wo es sich nicht unmittelbar rechnet: bei der intensiven Zuwendung für kranke Menschen." Gerade hier liege die Besonderheit der kirchlichen Krankenhäuser: "Hier müssen keine Renditeerwartungen privater Konzerne erfüllt werden."

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover sagte, christliche Krankenhäuser stünden in einer langen Tradition und seien geprägt von einem "inneren Geist, dass Menschen, die in Not sind, Hilfe bekommen". Dieser "Spirit" sei eine große Stärke: "Es ist nicht zuerst ein Dienst, der rein wirtschaftliche Fragen bedient." Aus dieser Haltung heraus könnten diakonische Krankenhäuser auch "das Diktat ökonomischer Zwänge" kritisieren.

Für den Vorstand des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes sagte der Direktor des Florence-Nightingale Krankenhauses in Düsseldorf, von den 1.970 Krankenhäusern in Deutschland seien rund 600 in evangelischer oder katholischer Trägerschaft. "Wären die auf einen Schlag alle weg, hätten wir ein echtes volkswirtschaftliches Problem."

Zu der Jahrestagung des Verbandes waren rund 200 Vertreter evangelischer Krankenhäuser nach Hannover gekommen. Unter dem Motto "Reformation verpflichtet! - Krankenhaus neu denken" berieten sie darüber, wie der diakonische Auftrag der Kirchen heute in unternehmerisches Handeln umgesetzt werden kann. In Deutschland gibt es nach Angaben des Verbandes 205 evangelische Krankenhäuser mit insgesamt rund 53.000 Betten und etwa 120.000 Beschäftigten. Sie behandeln jährlich rund 1,9 Millionen Patienten stationär und mehr als drei Millionen Personen ambulant.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen