Literaturhaus St. Jakobi startet neue Spielzeit zum Thema "Stadt"

Nachricht 28. Juli 2017
stjakobi_meer installation
Literaturhaus St. Jakobi in Hildesheim; Bild: ® Michael Schmidt

​Hildesheim. Unter dem Motto "Stadt" startet das evangelische "Literaturhaus St. Jakobi" in Hildesheim am 8. September in seine neue Spielzeit. Zum Auftakt sei der Bestseller-Autor Feridun Zaimoglu mit seinem Luther-Roman "Evangelio" zu Gast, sagte Intendant Dirk Brall am Donnerstag. Darin schildert der türkischstämmige Schriftsteller wie der Reformator Martin Luther (1483-1546) zum einen die Einsamkeit zum Übersetzen und Schreiben und zum anderen die Stadt zur Verbreitung seiner Ideen brauchte.

Einer der Höhepunkte sei ein mit insgesamt 3.000 Euro dotierter Redewettbewerb, sagte Brall. Anlässlich des Reformationsjubiläums können Schüler von der 9. Klasse an bis zum 1. September eine Rede darüber schreiben, wie sie in der Stadt leben wollten. Eine prominent besetzte Jury werde die eingegangenen Texte bewerten. Das Finale findet am 20. Oktober statt.

Neu sei unter anderem das Format "Stimmlabor", kündigte der Intendant an. Dabei könnten Besucher gemeinsam mit einer Kulturwissenschaftlerin und einer Stimmlehrerin gemeinsam Lieder zur Spielzeit singen. Die Auftaktveranstaltung ist für den 15. Dezember geplant. Ab März 2018 finde das "Stimmlabor" monatlich statt. Auf Wunsch des Publikums sei außerdem der Autor Clemens Meyer mit seinem Roman "Im Stein" zu Gast. Meyer habe ein besonderes Gefühl für Stadtbewohner und könne dazu "wunderschöne Geschichten erzählen".

Das Thema "Stadt" bietet den Auftakt für eine neue Trilogie, kündigte der Intendant an. Die folgenden Spielzeiten stehen unter dem Motto "Land" und "Fluss". Wie bereits im vergangenen Jahr sei im Foyer des Literaturhauses eine Ausstellung zum Motto der Spielzeit zu sehen. Gezeigt werde eine Video-Arbeit, eine Soundinstallation und Fotografien verschiedener Künstler, so dass ein breitgefächerter Blick auf das Thema Stadt entstehe.

Der evangelische Superintendent Mirko Peisert sagte, die Arbeit der Kulturkirche sei hervorragend. In dem Programm gehe es immer um den Dialog und die gegenseitige Beeinflussung von Kirche und Kultur. Die Autoren seien bewusst ausgewählt, so dass es immer auch einen Link zum Thema Religion und Glauben gebe. "Das macht es gerade so reizvoll."

Die spätmittelalterliche St.-Jakobi-Kirche im Hildesheimer Stadtzentrum ist seit 2014 eine von vier größeren Kulturkirchen der hannoverschen Landeskirche, die mit jährlich rund 50.000 Euro gefördert werden. Derzeit bewerbe sich das Literaturhaus um eine weitere Förderung für die kommenden vier Jahre, sagte Peisert. Erst kürzlich konnte die Stelle des Intendanten durch einen Sonderzuschuss der Landeskirche und Gelder des Kirchenkreises für weitere vier Jahre gesichert werden.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen