Preisträger für Einsatz im christlich-jüdischen Dialog

Nachricht 27. Juli 2017
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Logo "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen e.V."

Hannover/Wolfsburg. Die Jüdin Ingrid Willing aus Langenhagen bei Hannover und der evangelische Theologe und Publizist Arnulf Baumann aus Wolfsburg werden für ihr langjähriges Engagement im christlich-jüdischen Dialog geehrt. Sie erhalten am 6. August den "Blickwechselpreis 2017" des Vereins "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen", wie der Verein am Mittwoch in Hannover mitteilte. Die undotierte Auszeichnung wird ihnen vom Schirmherrn des Preises überreicht, dem evangelischen Landesbischof Ralf Meister.

Ingrid Willing (Jahrgang 1930) gehörte 1995 zu den Mitbegründerinnen der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover. Sie war zunächst protestantisch getauft und konvertierte später zum Judentum. Willing habe nicht nur die Gründung, sondern als langjähriges Vorstandsmitglied auch den Aufbau der Gemeinde maßgeblich unterstützt, hieß es. Auch heute noch sei sie eine engagierte Brückenbauerin zwischen den Religionen und Generationen.

Arnulf Baumann gehörte zu den Initiatoren von drei Studien der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Christen und Juden. Der Theologe, der mehr als 20 Jahre lang das Diakonische Werk in Wolfsburg leitete, war zudem Herausgeber und Schriftleiter der Zeitschrift "Friede über Israel" (heute "Begegnungen"). Er engagierte sich im Zentralverein für Begegnung von Christen und Juden sowie vielen anderen Organisationen.

Die Auszeichnung würdigt seit 2007 alle zwei Jahre Menschen aus Niedersachsen für ihren Einsatz im Gespräch der beiden Religionen. Wegen des 500. Reformationsjubiläums geht die Auszeichnung in diesem Jahr an zwei Personen.

Der 1982 gegründete Verein "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen" will nach eigenen Angaben den Dialog zwischen Christen und Juden fördern, Judenfeindschaft und Antisemitismus in Kirche und Gesellschaft bekämpfen und zur Versöhnung zwischen Juden, Christen und Muslimen beitragen. Der Verein zählt derzeit rund 2.500 Mitglieder.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen