Reformierte Kirchen kritisieren Armut und Ungleichheit in der Welt

Nachricht 03. Juli 2017
ferguson_chris_reformierter_weltbund
Der Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WCRC), Chris Ferguson, predigte im Berliner Dom bei einen Gottesdienst der Generalversammlung des WCRC (02.07.17). Bild: Rolf Zoellner/epd-bild

Berlin. Der oberste Repräsentant der reformierten protestantischen Kirchen, Chris Ferguson, hat mehr Engagement gegen Armut, Gewalt und Ausbeutung gefordert. "Wir sind dazu aufgerufen, uns gegen jede Form der Ungerechtigkeit in der Wirtschaft und gegen die Zerstörung der Erde zu wenden", sagte der Generalsekretär der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen am Sonntag in einer Predigt im Berliner Dom. Christen müssten stets an der Seite der Opfer stehen. Die Geschäftsstelle der Weltgemeinschaft hat ihren Sitz in Hannover.

Auch Vertreterinnen von Kirchen aus der Karibik, Indonesien, Griechenland und Deutschland riefen in dem Gottesdienst dazu auf, sich der "Herrschaft von Armut" zu widersetzen und für "die Herrschaft des Rechtes und der Gerechtigkeit" einzutreten. Menschenrechtsverletzungen dürften nicht hingenommen werden, sagte die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. Christen müssten "verändern, was in unserer Macht steht".

Der Gottesdienst, der live vom ZDF übertragen wurde, war einer der Höhepunkte der Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, die seit Donnerstag in Leipzig tagt. Die rund 1.200 Delegierten aus 100 Ländern waren dafür am Sonntagmorgen vom Tagungsort in Sachsen angereist.

Gott habe "ein ureigenes Interesse an der Bekämpfung von Systemen, die Armut oder Unterdrückung hervorbringen oder unterstützen", betonte Yvette Noble-Bloomfield, oberste Repräsentantin der Vereinigten Kirche Jamaikas und der Kaimaninseln in dem Gottesdienst im Berliner Dom: "Armut zerstört Seele, Körper und Geist."

Die christliche Botschaft bedeute, sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen und Verantwortung für die Erde zu übernehmen, betonte der Kanadier Ferguson. Der Zustand der Welt, die "von Krieg und Gewalt, von massiver erzwungener Migration und von geschlechtsbezogener Gewalt beherrscht" werde und "wirtschaftlichen und ökologischen Ungerechtigkeiten" ausgesetzt sei, dürfe nicht hingenommen werden.

Die Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, die nur alle sieben Jahre zusammenkommt, tagt noch bis kommenden Freitag.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen