Diakonie berät bei Mediensucht

Nachricht 30. Juni 2017
facebook 2
Ein Junge sitzt am 8.1.2011 am Laptop und chattet mit seinem Freund. Jeder Zweite zwischen zwölf und 19 Jahren loggt sich jeden Tag in seiner Online-Community ein. Bild: Stefan Arend / epd-Bild

Leer. Die Diakonie in Ostfriesland bietet ab Juli eine spezielle Beratung zu Fragen von suchthaftem und übermäßigem Medienkonsum an. Dazu wird jeweils montags in der Zeit von 15 Uhr bis 17 Uhr in der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Leer eine Sprechstunde eingerichtet. Die Beratung unter dem Titel "Re:set" richte sich an Abhängige und Gefährdete, erläuterte am Donnerstag Sozialarbeiterin Dana Fritsch.

Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland unter den 14- bis 64-Jährigen etwa 600.000 Internetabhängige und rund 2,5 Millionen Menschen mit einem "problematischen Onlineverhalten". Die negativen Folgen seien vielfältig, warnte Fritsch. Dazu gehörten sozialer Rückzug, Konzentrationsschwächen, Leistungsabfall und Schwierigkeiten bei der Motivation. Bei manchen Menschen verschiebe sich auch der Schlaf-Wach-Rhythmus. Am Ende drohten neben sozialen und familiären Problemen auch finanzielle Schwierigkeiten.

Bei den Mediensucht-Sprechstunden handelt es sich um ein Projekt der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen. Die Einrichtung in Leer an der Friesenstraße gehört zu derzeit acht Fachstellen in Niedersachsen, die in diesem Rahmen für zunächst zwei Jahre gefördert werden. Wer in die Sprechstunde kommen will, wird um eine vorherige Anmeldung unter der Telefonnummer 0491/97683-20 gebeten.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen