"Erste Hilfe für die Seele" - Notfallseelsorge zwischen Elbe und Weser besteht seit 20 Jahren

Nachricht 08. Juni 2017

Stade. Die evangelische hannoversche Landeskirche zwischen Elbe und Weser feiert am kommenden Wochenende das 20-jährige Bestehen ihrer Notfallseelsorge. "Sie übernimmt in Krisen und Katastrophen eine wichtige Rolle", sagte der Stader Regionalbischof Hans Christian Brandy. "Nach einem Todesfall im privaten Umfeld oder bei einem Unfall auf der Straße helfen Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Situation zu ertragen, ohne das Leid zu verleugnen." Auch das Überbringen von Todesnachrichten gehöre zu ihren Aufgaben. Die Arbeit sei "Erste Hilfe für die Seele".

In der Notfallseelsorge der Landeskirche arbeiten eigenen Angaben zufolge derzeit rund 700 Frauen und Männer, die jährlich mehr als 1.000 Einsätze leisten. Im Elbe-Weser-Raum gab es im vergangenen Jahr 310 Einsätze von 196 Notfall-Seelsorgerinnen und -Seelsorgern. Unter ihnen waren auch 14 ehrenamtlich Tätige.

Sie sind für die Einsatzleitstellen rund um die Uhr über ein Notfall-Handy erreichbar. Der Stader Pastor Christian Berndt und sein Lilienthaler Kollege Hans-Jürgen Bollmann koordinieren die Arbeit in der Region und sorgen für Fortbildungen.

Nach den Erfahrungen von Berndt reagieren Menschen ganz unterschiedlich auf belastende Situationen. "Die einen suchen Sicherheit und Orientierung, andere wollen reden und weinen." Es gebe auch Menschen, die sich ganz zurückzögen. Hier aufmerksam auf die jeweiligen Bedürfnisse zu achten, sei Teil der Ausbildung in der Notfallseelsorge.

Das 20-jährige Bestehen soll am 11. Juni ab 15 Uhr in der Stader St. Cosmaekirche begangen werden. Bei der Gelegenheit soll Berndt offiziell in sein Amt als Beauftragter der Notfallseelsorge im Norden des Sprengels Stade eingeführt werden.

epd Landesdienst Niedersachen-Bremen