Jüdisch-christlicher Verein spendet Tora-Mäntel und Gebetsbücher

Nachricht 01. Juni 2017
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Logo "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen e.V."

Hannover/Hameln. Mit 80 Gebetsbüchern für die hohen Feiertage unterstützt der Verein "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen" die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover. Am Dienstagabend überreichte die Vereinsvorsitzende Karin Haufler-Musiol die Gebetsbücher an die Gemeindevorsitzende Ingrid Wettberg, wie der Verein mitteilte. Die Spende ist Teil des Projektes "Reformation - Erinnern und Erneuern in Solidarität mit jüdischen Gemeinden". Es solle im Jahr des Reformationsjubiläums ein Zeichen gegen christlichen Antijudaismus setzen, hieß es.

Ingrid Wettberg nannte die Spende ein "sichtbares Zeichen freundschaftlicher Verbundenheit". Sie sei erleichtert, dass im Jahr des Reformationsjubiläums von den evangelisch-lutherischen Kirchen hinsichtlich Luthers Antisemitismus "endlich kein Blatt mehr vor den Mund genommen" werde. Christen und Juden stünden aktuell vor gemeinsamen Herausforderungen: dem Schaffen einer gemeinsamen Erinnerungskultur, dem Kampf gegen antisemitische und rassistische Haltungen sowie der Pflege von Toleranz und Menschenwürde, sagte die Vorsitzende. Eine Beschränkung nur auf die eigene Gemeinschaft sei nicht haltbar, keine Religion sei eine Insel.

Der 1982 gegründete Verein "Begegnung Christen und Juden Niedersachsen" will ein Kennenlernen des Judentums ermöglichen und den christlich-jüdischen Dialog fördern. Zudem will er Antisemitismus in Kirche und Gesellschaft bekämpfen und zur Versöhnung zwischen Juden, Christen und Muslimen beitragen. Er zählt derzeit rund 2.500 Mitglieder. Am 15. September will der Begegnungsverein Tora-Mäntel zum Schmuck und Schutz von Tora-Rollen mit den fünf Büchern Mose an die Liberale Jüdische Gemeinde Hameln übergeben.

 

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen