"Stolperstein" erinnert an Hildesheimer Michaelis-Pastor

Nachricht 28. März 2017

Hildesheim. Am Treppenaufgang der Hildesheimer St. Michaeliskirche erinnert künftig ein "Stolperstein" an den evangelischen Pastor Paul Siemens (1880-1940). Der Stein ist einer von zwölf Gedenksteinen, die der Künstler Gunter Demnig am Montag in Hildesheim verlegte, wie die Hildesheimer Blindenmission und die Stadt Hildesheim mitteilten. Paul Siemens war lange Jahre Pastor an der Michaeliskirche und engagierte sich als Vorsitzender der Blindenmission. Die 1010 gegründete St. Michaeliskirche gehört heute zum Weltkulturerbe der Unesco.

Siemens gehöre zu einer Reihe christlicher engagierter Menschen, die von den Nationalsozialisten verhaftet und ermordet worden seien, hieß es. Der ehemalige Michaelis-Pastor nahm sich 1940 nach zweiwöchiger Haft in einem Gestapo-Gefängis das Leben. Neben dem Stolperstein will die Blindenmission am 6. April mit einem Vortragsabend unter dem Titel "Die Haltung der Hildesheimer Kirchen während des Nationalsozialismus" an Siemens erinnern.

Der Kölner Künstler Demnig hat in den vergangenen Jahren in Deutschland und anderen Ländern schon mehr als 60.000 Stolpersteine verlegt. Die meisten zeigen die Namen verfolgter Juden. Einige erinnern aber auch an Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Opfer der Nazi-Diktatur.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen