Licht- und Klangparcours wirbt für ungewöhnliches Passionskonzert

Nachricht 14. März 2017

Emden. Mit Licht- und Klanginstallationen wirbt die evangelische Kirche in Emden für ein ungewöhnliches Passionskonzert am 9. April in der Martin-Luther-Kulturkirche. Aufgeführt werde die nur selten zu hörende "Lukaspassion" des zeitgenössischen polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki, sagte Projektleiterin Silke Lindenschmidt von "Visio Kirchenmusik" der hannoverschen Landeskirche am Montag in Emden. An zehn Orten in der Stadt würden vier Wochen lang an jedem Abend in Kirchen und an Gebäuden Filme und Bilder nach Einbruch der Dunkelheit an Flächen projiziert. An allen Orten hingen zudem Plakate mit einem QR-Code, über die mit einem Smartphone oder Tablet-Computer Klangbeispiele und Gedichte zu hören und zu lesen seien.

Pendereckis "Lukaspassion" gilt Lindenschmidt zufolge als "Schlüsselwerk der Neuen Musik". Es sei nur selten zu hören, weil zu seiner Aufführung mehr als 200 Musiker und Sänger nötig seien. Im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums werde das Werk am 7., 8. und 9. April in drei großen Kirchen in Hannover, Lüneburg und Emden zu hören sein. Das Werk lade zu einem politischen Diskurs ein, weil es die Passion Jesu mit den Leiden im Konzentrationslager Auschwitz in Verbindung bringe. Dabei wirkten unter anderem die NDR-Radiophilharmonie, der Knabenchor Hannover und drei gemischte Chöre mit. Der polnische Dirigent Antoni Wit, der selbst bei Penderecki studierte, leite die Aufführung.

Die Licht-Kunstwerke an den einzelnen Stationen zeigten Assoziationen zu den Musikbeispielen. "Zu sehen sind beispielsweise alte Filme mit Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung mit Zeichnungen von heutigen Flüchtlingen auf der Balkanroute", sagte die Osnabrücker Licht-Künstlerin Nikola Dicke. Der Trockenturm der Feuerwehr werde unter ihrer Anleitung zu einem "Turm der Verzweiflung", an dem eingesperrte Menschen zu sehen seien.

Der Superintendent des Kirchenkreises Emden-Leer, Burghard Klemenz, lobte die große Kooperation in der Stadt. Zum Gelingen des Projektes arbeiteten Künstler, Musiker, das Landesmuseum, die Feuerwehr, die Emder Hochschule und die evangelisch-lutherische Kirche zusammen. "Das dürfte in dieser Art ziemlich einmalig sein."

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Weitere Informationen

Die Konzerte finden statt am

7. April in der Marktkirche in Hannover

8. April in der St. Johanniskirche in Lüneburg 

9. April in der Martin-Luther-Kulturkirche in Emden