Internetportal informiert über die Verfolgung der Sinti und Roma

Nachricht 27. Februar 2017
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Bild: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

Celle. Anlässlich der Gedenktage an die Deportation von Sinti und Roma aus Norddeutschland in das Vernichtungslager Auschwitz hat die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten neue Informationen zur Verfolgungsgeschichte der Minderheit veröffentlicht. Die Texte und Fotos zur Geschichte der Sinti und Roma bis hin zu den Deportationen Anfang März 1943 sind über eine Internetseite abrufbar, teilte die Stiftung am Montag in Celle mit. Sinti und Roma seien während der NS-Zeit systematisch verfolgt und ermordet worden. Bis heute würden sie mit Vorurteilen und einer tiefen Unkenntnis ihrer Kultur konfrontiert.

Historiker und Pädagogen hätten die auch für den Schulunterricht geeigneten Materialien gemeinsam mit Sinti- und Roma-Verbänden erarbeitet, hieß es. In gängigen Lehrbüchern fehlten diese Informationen. Beispielhaft werden auch zwei Biografien vorgestellt. Zum einen wird in das Leben des Boxers Johann "Rukeli" Trollmann eingeführt, der aus der Nähe von Gifhorn stammte. Zum anderen berichten die Autoren der Seite über Hulda Franz (Hilda Stolte), ein Pflegekind in Hildesheim, das aus seiner Pflegefamilie herausgerissen und nach Auschwitz in den Tod transportiert wurde.

Auch über die ebenfalls aus Norddeutschland stammenden Täter informiert die Seite. Sie soll die Leser nach den Vorstellungen der Initiatoren auch dazu anregen, der Verfolgungsgeschichte im eigenen Heimatort nachzugehen. Die Seite ist über das Portal www.geschichte-bewusst-sein.de über die Menüpunkte Material und "Die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus" abrufbar.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen