Regionalbischöfin fordert neue Debatte über Religionen

Nachricht 31. Januar 2017
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Dr. Petra Bahr; Bild: privat

Hannover. Die Regionalbischöfin des evangelischen Kirchensprengels Hannover, Petra Bahr, fordert eine offenere und kritischere Auseinandersetzung mit dem Thema Religion in Deutschland. "Religion ist nicht privater als Sexualität", sagte die Theologin am Sonntag in der Auftaktveranstaltung der Gesprächsreihe "Glauben Leben" im Schauspiel Hannover. Dennoch gebe es ein Tabu, über religiöse Bedürfnisse zu sprechen. "Das Thema gehört in Schulen, Sendeformate und vielleicht auch auf Bühnen."

Über Religion werde erst diskutiert, wenn es zu Konflikten komme, zum Beispiel in der Frage nach dem Kopftuch an Schulen. "Wir bleiben zu lange sprachlos, was religiöse Fragen angeht", sagte Bahr. So fehlten vielen Menschen schließlich die Worte, wenn es um ihre christliche Prägung, die Bedeutung des Sonntags oder die Bedeutung von christlichen Feiertagen gehe.

Auch in der Frage nach der Integration von Flüchtlingen wünschte sich die Theologin innerhalb der christlichen Kirchen eine offenere Debatte, bei der auch Sorgen angesprochen werden dürften. Die Kirchen sollten die Politik nicht moralisch bewerten, sondern sich verstärkt für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen und verschiedener Religionen einsetzen.

Das Schauspiel Hannover widmet sich in der Veranstaltungsreihe "Glauben Leben" noch bis Mitte Mai dem Thema Religion. An insgesamt fünf Sonntagen diskutieren einmal im Monat Theologen und Gläubige verschiedener Religionen, in welcher Beziehung Glaube, Gesellschaft und Politik in Zeiten von Migration und Terrorismus stehen. Am 26. Februar sind Walter Rothschild von der liberalen jüdischen Gemeinde Wien und Armin Langer von der interkulturellen Initiative "Salaam-Shalom" zu Gast.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen