Niedersächsische Bischöfe rufen an Heiligabend zu Zuversicht auf

Nachricht 25. Dezember 2016
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Herrnhuter Stern. Bild: epd-bild / Rainer Oettel

Hannover. In ihren Gottesdiensten an Heiligabend haben die niedersächsischen Bischöfe dazu aufgerufen, Terror und Gewalt mit Entschlossenheit und Zuversicht zu begegnen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister unterstrich in der Marktkirche in Hannover die Bedeutung des biblischen "Fürchtet Euch nicht". Dazu gehöre auch die Botschaft, dass mit der Geburt von Jesus ein Retter in die Welt komme, die in Terror und Angst versinke, sagte der evangelische Theologe.

Die Weihnachtsgeschichte sei "eine Antwort auf die Niedertracht, Hoffnungslosigkeit und Sorge unserer Zeit". Sie biete das Gegenteil "von den massenhaften Nachrichten via Twitter und Facebook, die bewusst oder ungewollt nur Verunsicherung, Meinungsmanipulation und Angst zum Ziel" hätten, betonte Meister.

Der Braunschweiger Landesbischof Christoph Meyns warnte davor, Botschaften zu folgen, "die Resignation verbreiten, Angst machen, Misstrauen säen oder sogar Hass predigen". Einfache Antworten und pauschale Urteile könnten die Konflikte nicht angemessen lösen. Christen seien gerade in schwierigen Zeiten dazu berufen, dem Leben zu vertrauen und der Liebe zu dienen, sagte der evangelische Bischof im Braunschweiger Dom.

Der Oldenburger evangelische Bischof Jan Janssen rief in der Lambertikirche dazu auf, der Gewalt zu widerstehen und ihr eine "beharrliche Hoffnung" entgegenzusetzen. Die Weihnachtsgottesdienste seien Orte der Friedenshoffnung und der Sehnsucht. Solch ein Ort sei auch der Geburtsort Jesu in Bethlehem. Hier werde die Weihnachtsbotschaft verkündet: "Der Gesang dort oben 'Ehre sei Gott in der Höhe' soll befreien zu einem Geschehen hier unten: 'Frieden auf Erden'". Damit sei Bethlehem ein "Widerstandsnest für das Leben".

Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke würdigte die biblische Weihnachtsgeschichte als kulturell bedeutendste Erzählung des Abendlandes. "Die Begrenztheit unseres Lebens und unserer Möglichkeiten wird in dieser Geschichte deutlich." Dies zu akzeptieren, sei für die Menschen und ihr Zusammenleben wichtig. Es gelte jedoch, nicht daran zu verzweifeln, dass jedem Einzelnen von einem Tag zum anderen Dinge oder gar das ganze Leben entgleiten könnten, sagte Manzke in der Bückeburger Stadtkirche. Die Perspektive der Weihnachtsgeschichte sei, dass tödliche Furcht und lähmende Angst abgebaut würden: "Nicht aus Naivität, sondern weil es gute Gründe dafür gibt, vertrauensvoll zu leben."

Der katholische Hildesheimer Bischof Norbert Trelle zeigte sich in der Christmette am späten Abend erschüttert über den Anschlag von Berlin. "Der Terror ist bei uns angekommen", sagte er in dem von der ARD übertragenen Fernsehgottesdienst aus dem Hildesheimer Mariendom. Trelle ermutigte dazu, keine Angst vor der Zukunft zu haben und sich nicht davor zu fürchten, auf fremde Menschen zuzugehen und für die Würde und das Lebensrecht jedes Einzelnen einzutreten. "Das Vertrauen darauf, dass Gott unser Licht ist und in uns zur Welt kommen will, gibt eine Sicherheit, an der wir festmachen können - auch in der Unsicherheit unserer Tage."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen