Tafeln: Weihnachten zeigt Spaltung der Gesellschaft

Nachricht 24. Dezember 2016
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Bild: Annette Zoepf/epd-bild

Osnabrück. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Tafeln wird an Weihnachten die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich deutlich. Besonders diejenigen, die sich kein teures Festessen oder Geschenke leisten könnten, fühlten sich abgehängt, sagte der Verbandsvorsitzende Jochen Brühl der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Sonnabend). "Daraus resultiert eine Unzufriedenheit, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet."

Die Sehnsucht, zur Gesellschaft dazuzugehören, sei sehr groß, betonte Brühl: "Tatsächlich stehen aber viele am Rand und schauen zu." Viele Tafeln öffneten ihre Ausgabestellen direkt nach Weihnachten wieder, um Bedürftigen eine Anlaufstelle zu bieten. "Armut kennt keine Feiertage."

Der Verband versorgt nach eigenen Angaben rund 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln. Derzeit gibt es mehr als 900 Tafeln in Deutschland. Insgesamt engagieren sich rund 60.000 Menschen ehrenamtlich bei den Tafeln. Sie erhalten die Lebensmittelspenden vor allem von Discountern, dem Großhandel, Restaurants und dem Einzelhandel.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen