Ausstellung und Gottesdienst sollen an "Schlacht um Grohnde" erinnern

Nachricht 23. Dezember 2016
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Demonstration von Atomkraftgegnern vor dem Atomkraftwerk Grohnde im Jahr 2011. Bild: epd-bild/Jens Schulze

Hameln/Grohnde. Mit zahlreichen Veranstaltungen will ein Bündnis aus Umweltschützern und Einzelpersonen im Frühjahr an die gewalttätige Demonstration gegen das Atomkraftwerk Grohnde vor 40 Jahren erinnern. Von Mitte März bis Anfang April 2017 werde eine Ausstellung im Hamelner Münster Fotos, Flugblätter und Plakate zur sogenannten Schlacht um Grohnde präsentieren, sagte Peter Dickel vom Vorbereitungskreis.

Für den 18. März ist im Hamelner Kulturzentrum "Sumpfblume" ein "Geschichtsmarkt" angekündigt. Geplant seien dabei Gesprächsrunden, Filmvorführungen, Zeitzeugengespräche und Konzerte. Einen Tag später soll es im Münster einen ökumenischen Gottesdienst geben. Neben dem langjährigen Anti-Atom-Aktivisten Dickel gehören unter anderen der Historiker Bernhard Gelderblohm und der Ruhestandspastor Eckard Bretzke dem Organisationsteam an.

Am 19. März 1977 hatten sich rund 20.000 Atomkraftgegner am Baugelände in Grohnde blutige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Mehrere hundert Menschen wurden dabei teils schwer verletzt, Dutzende Demonstranten anschließend zu Haft- und hohen Geldstrafen verurteilt.

"Wir wollen im Frühjahr den langen Bogen vom Beginn der Auseinandersetzung vor dem Bau des AKW Grohnde bis heute schlagen, nach Erinnerungen und heutiger Relevanz fragen", sagte Dickel. "Wir wollen wissen, was Menschen damals bewegte und wie sie heute darüber denken." Zeitzeugen würden erzählen, welche Bedeutung die damaligen Ereignisse für ihr eigenes Leben und für die gesellschaftliche Entwicklung gehabt hätten.

Das Atomkraftwerk Grohnde an der Weser ging vor mehr als 30 Jahren ans Netz. Zuletzt stand die Anlage nach Pannen und Störungen mehrmals still. Nach dem Atomgesetzdarf das Kraftwerk noch bis 2021 betrieben werden.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen