Diakonie und ver.di einigen sich auf höhere Gehälter

Nachricht 16. Dezember 2016
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Eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes misst einer Patientin den Blutzuckerwert. Bild: Werner Krüper/epd-bild

Hannover. Die diakonischen Arbeitgeber und die Gewerkschaft ver.di haben sich auf höhere Gehälter für rund 37.000 Diakonie-Beschäftigte in Niedersachsen geeinigt. Neben einer einmaligen Sonderzahlung von 300 Euro sollen die Gehälter ab Januar in zwei Stufen um insgesamt 4,5 Prozent steigen, teilte der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN) am Donnerstag in Hannover mit. Außerdem werden neue Entgeltstufen eingeführt. Darüber hinaus sollen die Mitarbeitenden in den Kindertagesstätten aufgewertet werden. Sozialassistentinnen und Erzieherinnen in den Kitas werden jeweils eine Entgeltgruppe höher eingestuft

Aus Sicht des DDN-Vorsitzenden Rüdiger Becker zielt die Einigung darauf ab, den Tarifvertrag der Diakonie langfristig als "Leittarif" in der niedersächsischen Sozialwirtschaft zu etablieren. Nur mit allgemeinverbindlichen Tarifregelungen für alle Wohlfahrtsverbände könne dort die Lohnspirale nach unten durchbrochen werden.

Gewerkschaftssekretärin Annette Klausing von ver.di zeigte sich zufrieden mit dem erreichten Abschluss. "Wir haben einiges erreicht, einiges abwenden können, mussten aber auch einige Kröten schlucken", sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dazu gehöre das spätere Anrecht auf Entlastungstage für ältere Beschäftigte und eine Absenkung der Jahressonderzahlung, die früher Weihnachtsgeld genannt wurde.

Die Kürzung beim Weihnachtsgeld ab 2018 um je nach Eingruppierung fünf bis 15 Prozent sei notwendig, um die Gehaltserhöhung der Beschäftigten für die Einrichtungen abzufedern, sagte DDN-Verhandlungsführer Jens Rannenberg. Er selbst hätte sich eine moderatere Entgeltsteigerung gewünscht, räumte er ein. Dies sei aber angesichts der allgemeinen Tarifentwicklung und eines zunehmenden Fachkräftemangels in der Sozialwirtschaft nicht möglich gewesen. "Mit dieser Einigung erreichen wir, dass soziale Berufe attraktiv bleiben und nicht von der Tarifentwicklung abgehängt werden."

Die Ärztinnen und Ärzte in diakonischen Einrichtungen sollen dem Abschluss zufolge ab Januar 2018 wie die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern bezahlt werden. Ihre Gehälter sollen sich den Strukturen des Marburger Bundes anpassen. Die Fachgremien von DDN und ver.di müssen der Einigung noch zustimmen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen