Friedenspreis Sievershausen an Freiburger Hilfsverein übergeben

Nachricht 12. Dezember 2016
antikriegshaus
Das Antikriegshaus in Sievershausen

Hannover/Freiburg. Der Freiburger Verein "Amica" hat am Sonnabend, dem Tag der Menschenrechte, den Friedenspreis "Sievershäuser Ermutigung" erhalten. Vertreter des Vereins bekamen die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Antikriegshaus Sievershausen in Lehrte bei Hannover überreicht. "Amica" wurde für sein "engagiertes Eintreten für Frauen und Mädchen, die in Kriegs- und Konfliktgebieten unter Traumata leiden", geehrt.

Zurzeit sei viel von Flüchtlingen und Fluchtursachen die Rede, aber wenig vom Leid der betroffenen Menschen, hieß es in der Begründung. Abwehr und Abschottung zählten mehr als Humanität und konsequente Hilfe. Deshalb sei es dringend notwendig, Menschen zu stärken, die sich um die Betroffenen kümmerten.

"Amica" habe seine Arbeit 1993 in Bosnien-Herzegowina begonnen. Im Mittelpunkt der Arbeit habe die Unterstützung der therapeutischen und medizinischen Hilfe für Opfer sexualisierter Gewalt gestanden. Heute sei der Verein in Bosnien und dem Kosovo sowie im Libanon und in Libyen aktiv. Zu den Kernaufgaben gehörten die psychosoziale Arbeit mit Traumatisierten, medizinische Versorgung, Rechtsberatung, Maßnahmen zur Existenzsicherung sowie Projekte zu Chancengleichheit, für Frieden und Versöhnung.

Mit der Preisvergabe solle auch deutlich gemacht werden, dass Frauen und Kinder am schwersten unter meist männlicher Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten litten. Gleichzeitig seien die Frauen diejenigen, die in einer Gesellschaft oder Gemeinschaft sehr viel für einen friedlichen Alltag leisteten. Es sei eine wichtige, friedensbildende Aufgabe, ihnen dabei zu helfen, "durch ein stabilisierendes Umfeld neue Stärke und Selbstbewusstsein zu gewinnen", teilte das Antikriegshaus mit. Der Preis wird alle zwei Jahre mit wechselnden Schwerpunkte vergeben.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen