Rund 800 Besucher bei Trauerfeier für Hans Werner Dannowski

Nachricht 05. Dezember 2016
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Stadtsuperintendent i.R. Hans-Werner Dannowski (Bild von 2013). Bild: epd-bild / Dethard Hilbig

Hannover. Rund 800 Menschen haben bei einer Trauerfeier in Hannover Abschied von dem früheren evangelischen Stadtsuperintendenten Hans Werner Dannowski genommen. In der voll besetzten Marktkirche kamen am Montag Angehörige, Freunde und Weggefährten zusammen. Landesbischof Ralf Meister würdigte den Theologen in der Traueransprache als großartigen Prediger und klugen Weltbeobachter. Dannowski war in der Nacht zum vergangenen Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben.

"Er hat Menschen neugierig gemacht auf ein undogmatisches Christentum", sagte Meister. Dabei habe Dannowski "fröhlich viele Grenzen übersprungen". In Hannover sei er zum Vermittler zwischen Stadt und Kirche geworden. Der Landesbischof hob besonders Dannowskis Einsatz für das Gespräch der Religionen hervor. Immer wieder habe er Gegensätze überwunden: "Das Miteinander des Verschiedenen und Fremden war Anspruch und Verlockung."

Hans Werner Dannowski leitete bis 1998 insgesamt 18 Jahre den evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband. Überregional machte er sich als Filmbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie als Präsident der internationalen ökumenischen Film-Organisation "Interfilm" einen Namen. Der Theologe war auch Mitbegründer der Konferenz der evangelischen Stadtsuperintendenten und Stadtdekane aus deutschen Großstädten und 16 Jahre lang ihr Vorsitzender.

Der 1933 geborene Dannowski wuchs in Königsberg im damaligen Ostpreußen auf. 1945 floh die Familie in die Nähe von Hamburg. Nach Abitur und Studium war Dannowski seit 1962 Inspektor am Uhlhorn-Konvikt in Göttingen und später Gemeindepastor in der Stadt. Nach fünf Jahren als Studieninspektor in Northeim wurde er 1974 Superintendent in Hannover-Linden. Sechs Jahre später wurde er zum Stadtsuperintendenten gewählt.

Der Theologe setzte sich mit "Kunst-Gottesdiensten" im renommierten Sprengel Museum besonders für das Gespräch zwischen Kirche und Kunst ein. Als Stadtsuperintendent machte er sich zudem für den christlich-jüdischen Dialog stark. Nach Brandanschlägen auf türkische Familien Anfang der 1990er Jahre initiierte er Lichterketten gegen Ausländerfeindlichkeit.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen