"Überwältigende Mehrheit steht zur Demokratie"

Nachricht 05. Dezember 2016
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Bild: Jens Schulze

Hannover. Landesbischof Ralf Meister hat davor gewarnt, die Diskussion über die aktuelle Situation in Deutschland zu sehr auf eine Partei zu fokussieren. Die Wahlerfolge der AfD sollten nicht dramatisiert werden, sagte Meister der hannoverschen "Neuen Presse", die einmalig am Sonntag erschien. "Die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft steht ohne Wenn und Aber zur Demokratie."

Dennoch sei es wichtig, mit Anhängern von Pegida und AfD ins Gespräch zu kommen und über Verunsicherung und Fremdenfeindlichkeit zu sprechen, betonte Meister. Dazu plane die Landeskirche Gesprächsangebote auf Wochenmärkten. "Es ist ein Versuch, den Gesprächsfaden mit Menschen wiederaufzunehmen, die sich von diesem Staat und auch von uns als Kirche weit entfernt haben."

Mit Leitlinien für die Gemeinden, die aktuell erarbeitet würden, will die Landeskirche verhindern, dass Extremisten bei der Wahl im März 2018 in die Kirchenvorstände einziehen. "Wer sich offen menschenverachtend äußert oder unsere demokratische Grundordnung ablehnt, kann weder Mitglied in einem Kirchenvorstand sein noch sich für so ein Amt zur Wahl stellen", sagte der Landesbischof der Zeitung. Das sei mit dem Evangelium Jesu Christi nicht vereinbar.

In der Handreichung würden aber ausdrücklich keine Ausschlusskriterien für Mitglieder bestimmter Parteien stehen. Sie solle auch keine Liste verbotener Äußerungen seien. "Es wird deutlich in der Verantwortung der Menschen vor Ort liegen, zu sagen, das, was der oder die da sagt, das geht nicht." Ziel sei nicht, Menschen bei fragwürdigen Aussagen sofort aus den Kirchenvorständen auszuschließen. Es gehe viel mehr darum, ins Gespräch zu kommen und "zu fragen: Was soll die Äußerung? Warum sagst du das?".

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen