"Diakovere"-Chef Weber sieht Sanierung kurz vor dem Abschluss

Nachricht 30. November 2016
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Junger Arzt im Gespraech mit einer Patientin am 21.05.15 der Palliativstation im Friederikenstift in Hannover. Bild: epd-bild/Jens Schulze

Hannover. Der Chef des diakonischen Krankenhaus-Konzerns "Diakovere" in Hannover, Professor Bernd Weber, sieht die Umstrukturierung des finanziell angeschlagenen Unternehmens kurz vor dem Abschluss. "Die Gewinnzone ist erreicht, die Zukunftsinvestitionen auf den Weg gebracht", sagte Weber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Weber war 2014 aus Frankfurt/Main gekommen und hatte die Geschäftsleitung des Konzerns übernommen. Sein Vertrag laufe noch bis Ende 2017, sagte er. Danach werde er "das schöne Hannover wieder verlassen".

Das Gesamtunternehmen der evangelischen Krankenhäuser Annastift, Friederikenstift und Henriettenstift hatte 2015 nach vier Jahren mit Verlusten erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Bei einem Umsatz von 330 Millionen Euro erzielte der Konzern ein leichtes Plus von 3,6 Millionen Euro. "Diakovere" ist mit rund 4.600 Beschäftigten das größte Sozialunternehmen in frei gemeinnütziger Tätigkeit in Norddeutschland.

Der Umschwung sei vor allem auf eine Verschlankung der Verwaltung zurückzuführen, betonte Weber. Die Zahl der Geschäftsführer sei auf vier reduziert worden. Statt 14 Betriebsgesellschaften arbeiteten jetzt die Zentralen Dienste mit deutlich weniger Personal. Die drei Kliniken, die früher drei Eigentümer hatten, seien jetzt unter einem Dach zusammengefasst: "Aus einem vielgliedrigen und eher gelockerten Unternehmensverbund haben wir in zwei Jahren ein funktionierendes und straffes Gesamtunternehmen geformt."

Auch ein christliches Unternehmen müsse Gewinne und Umsatzrenditen anstreben, denn es müsse am Markt bestehen, betonte Weber. "Praktisch bedeutet das, dass wir auch Eigenmittel erwirtschaften müssen, wenn wir Zuschüsse vom Land haben wollen." Allerdings wolle der Konzern "nicht so sparen, dass der Patient weniger Leistung erhält". Deshalb müssten auf allen Arbeitsebenen Prozesse optimiert werden. Zu dem Konzern gehören auch Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Jugendhilfe.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen