Landeskirche plant Haushalt von 590 Millionen Euro

Nachricht 22. November 2016

Hannover. Die hannoversche Landeskirche plant für die beiden kommenden Jahre einen Haushalt von jeweils rund 590 Millionen Euro. Die Haushaltslage sei solide, doch die Kraft der Kirchensteuer werde in den nächsten Jahren wieder deutlich abnehmen, sagte Finanzchef Rolf Krämer am Dienstag vor der in Hannover tagenden evangelischen Landessynode: "Die fetten Jahre sind für uns vorüber."

Krämer legte dem Kirchenparlament einen Haushalt mit Erträgen von 588,2 Millionen Euro für 2017 und 586,5 Millionen für 2018 vor - das sind rund zehn Millionen mehr als der Etat im laufenden Jahr. Die Einnahmen stammen dabei zu 92 Prozent aus den Kirchensteuern, die mit rund 540 Millionen Euro pro Jahr kalkuliert sind. Für das nächste Jahr ist ein Überschuss von 11,7 Millionen Euro eingeplant, für 2018 ein Defizit von 6,4 Millionen. Die Ausgaben kämen zu 72 Prozent den Gemeinden und Kirchenkreisen zugute, erläuterte Krämer als juristischer Vizepräsident des Landeskirchenamtes. Knapp 80 Prozent seien direkte oder indirekte Personalkosten.

In beiden Jahren sind laut Krämer insgesamt 48 Millionen Euro für die 656 Kindertagesstätten der Landeskirche mit rund 54.000 Jungen und Mädchen vorgesehen. 14,5 Millionen Euro fließen an die sechs evangelischen Schulen mit etwa 4.200 Schülerinnen und Schülern. Für 39 Millionen Euro sollen Kirchen und Kapellen saniert werden. Acht Millionen Euro gehen an die Flüchtlingsarbeit in den Gemeinden. 8,7 Millionen erhält der Evangelische Entwicklungsdienst. 2,5 Millionen sind für den Klimaschutz bestimmt.

Der Finanzchef rechnet für das laufende Jahr mit Kirchensteuer-Einnahmen von insgesamt 546 Millionen Euro - etwa so viel wie 2015. Trotz der stagnierenden Entwicklung werde die Landeskirche das Haushaltsjahr 2016 mit einem Plus von rund 15 Millionen Euro abschließen können. Für die mittelfristige Planung erwartet Krämer ab 2019 eine Reihe von Defiziten, die sich der Prognose zufolge bis 2024 auf insgesamt 94,5 Millionen Euro summieren. Sie könnten aber durch eine Risiko-Rücklage abgedeckt werden.

"Also kein drastischer Sparkurs", bilanzierte Krämer. "Wir brauchen keine Notbremse." Spätestens in vier Jahren müsse die Synode jedoch strategisch neu definieren, was für die Kirche in Zukunft notwendig und was weniger notwendig sei, sagte der Vizepräsident.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen