Wolfsburg wird "Reformationsstadt Europas"

Nachricht 22. November 2016
Kraftwerk des Volkswagenwerkes in Wolfsburg
Kraftwerk des Volkswagenwerkes in Wolfsburg und Mittellandkanal  Bild: Rudi / pixelio.de

Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg wird im Dezember als zweite Stadt in Niedersachsen offiziell zur "Reformationsstadt Europas" ernannt. Der Grund für diese Ehrung sei die besondere Reformationsgeschichte der Region, in der im 20. Jahrhundert die Stadt Wolfsburg gegründet wurde, sagte ein Sprecher der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE) dem epd. Am 6. Dezember werde GEKE-Generalsekretär Bischof Michael Bünker aus Wien eine Urkunde an Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) und den hannoverschen Landesbischof Ralf Meister überreichen. Die Stadt wurde 1938 gegründet, um Wohnraum für Arbeiter des Volkswagenwerkes zu schaffen.

Die Wolfsburger Reformationsgeschichte sei "komplex", sagte Bernd Jaeger von der Geschäftstelle der GEKE. Im 16. Jahrhundert habe das heutige Stadtgebiet unterschiedlichen Bistümern und Herrschaftsgebieten angehört. Wie vielerorts seien die Reformationsprozesse nicht konfliktfrei verlaufen. Allerdings habe der auf der "Wolfsburg" residierende Adlige Hans von Bartensleben (1512-1583) einen bemerkenswerten Beitrag zum religiösen Frieden und zur Glaubenstoleranz geleistet. Er habe für seinen Herrschaftsbereich durchgesetzt, dass die lutherische und die römisch-katholische Konfession friedlich nebeneinander bestehen konnten.

Derzeit tragen 75 Städte in 15 Ländern, darunter auch Bremen und Emden, den Titel "Reformationsstadt Europas". Europas Protestanten hatten den Wettbewerb zum 500. Jahrestag der Reformation ausgeschrieben, der 2017 gefeiert wird. Die Städte können mit der Auszeichnung die Marke "Reformationsstadt Europas" als Motto über ihre Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum stellen. Die Initiative zielt auf Partnerschaften zwischen Kirchen und Kommunen ab. Dabei geht es um die Bereiche Kunst, Kultur und Tourismus sowie Geschichte und Spiritualität.

Die Stadt trage den Titel offiziell bereits seit August dieses Jahres, hieß es. Wolfsburg ist vom 5. bis zum 7. Dezember zudem die 14. Etappe auf dem Europäischen Stationenweg, mit dem die GEKE und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 einstimmen wollen. Der Truck fahre eine insgesamt 25.000 Kilometer lange Strecke mit 68 Stationen in 19 Ländern. An jedem Ort sammele und präsentiere er Geschichten zur Reformation.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Info

Die Urkunde soll am 6. Dezember um 13 Uhr bei einem von der Stadt ausgerichteten Empfang übergeben werden.

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