Ausstellung zur Wissenschaft des Judentums in Braunschweig

Nachricht 17. November 2016

Braunschweig. Eine US-amerikanische Ausstellung zur Wissenschaft des Judentums kommt erstmals nach Deutschland. Die vom Leo Baeck Institut in New York konzipierte Schau "Von Wolfenbüttel nach New York" veranschaulicht nach Angaben des Braunschweigischen Landesmuseums mit zahlreichen Exponaten den Aufbruch der jüdischen Welt in die Moderne durch die Wissenschaft des Judentums. Sie wird von Donnerstag an bis zum 5. März im Zweigmuseum des Landesmuseums "Hinter Aegidien" gezeigt.

Die Ausstellung führt den Angaben zufolge zurück in die Zeit ab 1800, als Jüdinnen und Juden im Zuge der Aufklärung den Aufbruch in die Moderne mitgestalten wollten. Sie zeige diesen Wandel im Umgang mit der eigenen Religion aus der Perspektive US-amerikanischer Wissenschaftler und jüdischer Emigranten, hieß es. Auch Bilder und Handschriften etwa von Heinrich Heine oder Albert Einstein sind zu sehen.

Aus Sicht von Museumsdirektorin Heike Pöppelmann zeigt die Ausstellung, "was neue Sichtweisen auf religiöse Identität gesellschaftlich bewirken können". Zu sehen sind auch Rekonstruktionsmodelle von Synagogen aus Seesen am Harz und Wolfenbüttel. Einige Exponate kehren erstmals seit der Nazi-Diktatur nach Deutschland zurück.

Als Begründer der Wissenschaft des Judentums gilt der zeitweise in Wolfenbüttel lebende Prediger, Journalist und Lehrer Leopold Zunz (1794-1886). Das Leo Baeck Institut ist eine Dokumentations- und Forschungsstätte für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums. Parallel zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen