Bad Salzdetfurth: Ökumenische Projektgruppe Fairer Handel seit zehn Jahren aktiv

Nachricht 28. September 2016

Bad Salzdetfurth. Wer in Bad Salzdetfurth fair einkaufen will, kann das nicht nur im Bioladen oder Supermarkt tun. Fair gehandelte Produkte gibt es auch an jedem dritten Freitag im Monat, von 14 bis 17 Uhr im Gemeindehaus von St. Georg – und auch an jedem letzten Mittwoch im Monat beim Klönschnack im Gemeindehaus Martin Luther oder beim monatlichen Kirchencafé im Pfarrheim der Heiligen Familie. Und das bereits seit zehn Jahren. Am Freitag wurde der runde Geburtstag ökumenisch gefeiert.

Das Konfirmationsprojekt kann man im besten und doppelten Sinne als nachhaltig bezeichnen. Zum einen, weil die Bad Salzdetfurther nur Produkte mit dem gepa- oder dem El-Puente-Siegel vertreiben, die für Nachhaltigkeit stehen. Und zum anderen, weil die ökumenische Projektgruppe Fairer Handel Bad Salzdetfurth eine feste Größe geworden ist und inzwischen als Initiative der evangelischen Gemeinden St. Georg und Martin Luther sowie der katholischen Gemeinde zur Heiligen Familie arbeitet.

Begonnen hat alles in der Adventszeit 2005, als Konfirmanden fair gehandelten Kaffee verkauften. „Den Leuten schmeckte es so gut, dass sie darauf nicht verzichten wollten“, erklärt Ilona Wewers. Kurzentschlossen suchte die Diakonin Ehrenamtliche, die für den Verkauf verantwortlich sein könnten. Margot Lindenberg, Andrea Einert sowie Birgit und Hartmut Hielscher waren von Anfang an dabei. „Wir wollten die Idee von fair gehandelten Produkten unterstützen“, erinnert sich Birgit Hielscher.

Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur das Team vergrößert, sondern auch die Angebotspalette. Neben Kaffee, Tee und Schokolade, gibt es inzwischen auch Rohrzucker, Reis, Quinoa (ein bolivianisches Getreide), Honig oder Wein. Rund 30 Stammkundeninnen und einige GelegenheitskäuferInnen, auch aus den Salzekliniken, nutzen das besondere Angebot.

Als die Projektgruppe jetzt ihren runden Geburtstag in der Gemeinde St. Georg feierte, kamen auch zahlreiche KundInnenen der ersten Stunde, wie Pastor Klaus-Daniel Serke und Helgard Bartens. Sie probiert gern Neues aus und deckt sich regelmäßig einmal im Monat mit diversen Produkten ein. „Die Atmosphäre ist einfach nett und der Kaffee schmeckt einfach viel besser als der aus dem Supermarkt“, sagt die Detfurtherin lächelnd und verstaut Schokode und Kaffee in ihrer Tasche. Doch dieses Mal bekommt sie noch ein Schmankerl dazu, denn zum Jubiläum gab es eine kleine Tombola und Glücksfee Aliya Loß hat auch ihr einen Gewinn zugelost.

Das Bad Salzdetfurther Team bietet ausschließlich gepa- und El Puente Produkte an. Beide Institutionen garantieren den Kaffeebauern höhere Löhne und dem Kunden Bioqualität. Zwar stehen in den Supermärkten Produkte mit dem Fairtrade-Siegel, selbst bei den Discountern. Aber das sei nicht das Gleiche. „Das Fairtrade-Siegel hat an Qualität verloren“, erklärt Hartmut Hielscher. Vor zwei Jahren war Fairtrade in die Kritik geraten, weil das Unternehmen massenhaft Betriebe in den Produktionsländern zertifizierte, die Bauern dann aber auf ihrer Ware sitzenblieben. Deshalb verzichtet gepa teilweise auf das Fairtrade-Siegel. Aus diesem Grund findet man auch bei El Puente - ebenfalls ein Pionier unter den Fair-Handels-Akteuren - grundsätzlich keine Produkte mit dem Fairtrade-Siegel.

Manuela Konrad-Nöhren/Kultur und Kommunikation, Hildesheim