"Anderen Menschen auf Augenhöhe begegnen"

Nachricht 28. September 2016
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Landesbischof Ralf Meister; Bild: Jens Schulze

Hannover. Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Landesbischof Ralf Meister, hat dazu aufgerufen, anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Das bedeute nicht, dass alle gleich würden. "Ich werde in aller Sympathie kein Sinti, kein Syrer, kein Marokkaner", sagte der hannoversche Landesbischof am Dienstag in einem Gottesdienst zur "Interkulturellen Woche" in Hannover. "Doch die Merkmale wie Hautfarbe oder Sprache verlieren ihren trennenden Charakter."

Zu leicht würden sich Menschen über andere erheben und etwa über Reichtum oder Macht definieren, mahnte Meister laut Redemanuskript. Die biblischen Jesus-Geschichten lehrten jedoch anderes. "Nicht nur in einer interkulturellen Woche, sondern jeden Tag, wenn ich auf mich und andere Menschen schaue braucht es Ehrlichkeit, Demut und Augenhöhe."

In der Flüchtlingskrise und den aufgeregten Diskussionen darüber fehlten ihm grundsätzliche Worte, sagte Meister: "Worte, die von der schuldhaften Verstrickung in ungerechte, perspektivlose Lebensbedingungen reden. Worte, die unsere Mitverantwortung einklagen für Häme und Hetze in sozialen Netzwerken. Worte, die unsere Art des Wirtschaftens, Denkens und Politisierens infrage stellen."

Mit dem Gottesdienst in der Auferstehungskirche Hannover starteten die evangelischen Kirchen in Niedersachsen offiziell in die diesjährige "Interkulturelle Woche". An der Gestaltung wirken unter anderem die Chinesische Christliche Gemeinde Hannover, die Eritreisch-orthodoxe Gemeinde Niedersachsen und die Multikulturelle Christliche Gemeinde Bethanien mit.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Weitere Informationen

Die Interkulturelle Woche vom 25. September bis zum 1. Oktober ist eine Initiative von Deutscher Bischofskonferenz, Evangelischer Kirche in Deutschland und Griechisch-Orthodoxer Metropolie von Deutschland. Sie findet seit 1975 jährlich Ende September statt. Das diesjährige Motto lautet "Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt". Dazu sind den Angaben zufolge in mehr als 500 Städten und Gemeinden in den kommenden Wochen rund 5.000 Veranstaltungen geplant. Bundesweit wurden die Veranstaltungen bereits am Sonntag in Friedland bei Göttingen offiziell eröffnet.

Zur Internetseite der Interkulturellen Woche