Weltkirchenrat kritisiert US-Milliarden-Hilfe für Israels Militär

Nachricht 21. September 2016

Genf / Washington. Der Weltkirchenrat hat die milliardenschwere Militärhilfe der USA für Israel scharf kritisiert. Eine weitere Aufrüstung der unsicheren Nahost-Region sei unverantwortlich, heißt es in einer am Mittwoch (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Stellungnahme des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK).

   Der ÖRK präsentierte gemeinsam mit dem Nationalen Kirchenrat in den USA ein Papier. Darin heißt es, neue Waffen seien das Letzte was der Nahe Osten brauche. Die USA wollen Israel in einem Zeitraum von zehn Jahren 38 Milliarden US-Dollar für die Streitkräfte geben.

   Laut dem US-Außenministerium handelt es sich um die größte finanzielle Zusage für das Militär eines anderen Staates in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das Papier wurde von ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit und dem Generalsekretär des «National Council of the Churches of Christ in the USA», Jim Winkler, vorgestellt.

   Der ÖRK und der Nationale Kirchenrat in den USA verlangten von Israel, die Besetzung der palästinensischen Gebiete zu beenden. Israel dürfe nicht das ganze Volk der Palästinenser mit Druck und Gewalt überziehen. Die Palästinenser verlören ihre Hoffnung und den Glauben in die Wirksamkeit friedlicher Mittel.

   Eine Zwei-Staaten-Lösung des Nahostkonflikts sei angesichts der fortdauernden Okkupation der Palästinensergebiete so unrealistisch wie niemals zuvor, hieß es weiter. Israel besetzt die Gebiete seit 1967. Im ÖRK sind rund 350 Kirchen mit mehr als 500 Millionen Gläubigen zusammengefasst. Der «National Council of the Churches of Christ in the USA» umfasst nach eigenen Angaben 38 Kirchen und Glaubensvereinigungen, die mehr als 45 Millionen Christen repräsentieren.

Evangelischer Pressedienst