Hildesheimer erhält Preis für "Theologie, die aus der Küche kommt"

Nachricht 05. September 2016

Hildesheim/Heidelberg. Abendmahl, Tischgebet oder Fastenzeit: Für seine Arbeiten zur religiösen Bedeutung von Essen und Trinken erhält der Hildesheimer katholische Theologe Guido Fuchs in diesem Jahr den Wissenschaftspreis des Kulinaristik-Forums. Die Jury würdigt Fuchs nach Angaben der Organisatoren für seine "Theologie, die aus der Küche kommt." Mit zahlreichen Büchern wie "Gott und Gaumen" und Aufsätzen über Jesus als Gast und Gastgeber habe er sich in herausragender Weise auf diesem Themengebiet verdient gemacht. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 28. Oktober in Heidelberg verliehen.

Ernährung und Tischrituale ließen viele Rückschlüsse auf die Gesellschaft zu, sagte Fuchs, der auch an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg lehrt: "Essen ist eine Zeremonie." Er befasst sich nach eigenen Angaben seit den 1990er Jahren mit Ernährung aus religiöser Sicht. Dabei untersucht er sowohl Tischgeschichten aus der Bibel als auch einzelne Rituale wie das Tischgebet oder das Abendmahl.

Auch Ernährungsvorschriften verschiedener Religionen wie etwa koscheres Essen im Judentum sowie ethische Fragen zum Umgang mit Lebensmitteln oder Tieren zählten zu seinem Forschungsgebiet. In seinem Institut für Liturgie- und Alltagskultur in Hildesheim hat er dafür eine Fachbibliothek mit rund 800 Bücher angelegt.

Das 2008 gegründete Kulinaristik-Forum ist ein Netzwerk aus rund 70 Personen und Initiativen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Kultur. Ziel des Zusammenschlusses ist die Erforschung des sozialen Phänomens Essens und die kulinarische Bildung. Das Netzwerk vergibt den Wissenschaftspreis Kulinaristik seit 2010 an Personen und Institutionen, die sich auf besondere Weise mit der Bedeutung von Essen und Gastlichkeit auseinandersetzen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen