Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn für Diakoniebeschäftigte

Nachricht 26. August 2016
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Prof. Richard Boeland von der Kunstschule Berlin hat das Kronenkreuz 1925 als Zeichen für die Innere Mission entworfen. Er verband die beiden Anfangsbuchstaben I und M in künstlerischer Form. Die Bezeichnung Kronenkreuz erhielt es erst später. Bild: DWIN

Hannover (epd). Die Gewerkschaft ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn für die rund 32.000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen. Außerdem solle der Nachtzuschlag in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen um 25 Prozent angehoben werden, sagte Gewerkschaftssekretärin Annette Klausing am Mittwoch in Hannover. Auch die Einstiegsgehälter für Berufsanfänger müssten angesichts des Fachkräftemangels dringend erhöht werden. Die Arbeitgeberseite zeigte sich von den Forderungen "überrascht": Der Dienstgeberverband nehme sie "mit Skepsis zu Kenntnis". 

Der bundesweit einzige Tarifvertrag zwischen ver.di und der Diakonie läuft zum Ende des Monats aus. Die Gewerkschaft und die Arbeitgeber, der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen, haben eine erste Verhandlungsrunde für den 6. September vereinbart.

Der Vorsitzende des Diakonischen Dienstgeberverbandes Niedersachsen, Rüdiger Becker, kündigte an, die Forderungen genau zu prüfen. Die Diakonie sei zu angemessenen Erhöhungen der Gehälter bereit, sehe jedoch angesichts wachsender privater Konkurrenz und hart verhandelnder Kostenträger nur einen begrenzten Verteilungsspielraum. Schon jetzt zahle die Diakonie die höchsten Gehälter in der Branche. Die Forderungen von ver.di überraschten, weil sie deutlich über die Forderungen für den öffentlichen Dienst hinausgingen. Würden alle Forderungen der Gewerkschaft erfüllt, kämen auf die Diakonie rund 100 Millionen Euro Mehrkosten zu.

Klausing rechtfertigte die Forderungen mit einem Hinweis auf den Öffentlichen Dienst. Dort erhielten die Beschäftigten in diesem Jahr 2,4 Prozent und im kommenden Jahr 2,35 Prozent mehr Gehalt. Die Diakonie müsse den Anschluss an die Tarifentwicklung halten. Selbst die privaten Pflegeanbieter hätten ihre Entgelte stark angehoben, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Dies gelte auch für den Nachtzuschlag. In den meisten Fällen sei dieser außerhalb der Diakonie an einen bestimmten Prozentsatz des Stundenlohns gekoppelt. In der Diakonie werde 1,28 Euro Zuschlag pro Stunde gezahlt.

Der Tarifvertrag gilt für 159 diakonischen Einrichtungen in Niedersachsen. Darunter fallen rund 70 stationäre und 32 ambulante Pflegeeinrichtungen. Dazu kommen acht Krankenhäuser und 49 Einrichtungen der Behindertenhilfe, Jugendhilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Beratungsstellen und Berufsfördereinrichtungen.

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