Forscher untersuchen: Warum helfen Ehrenamtliche Flüchtlingen

Nachricht 25. August 2016

Osnabrück/Berlin (epd). Forscher der Universitäten Osnabrück und Berlin wollen die Motivation der freiwilligen Flüchtlingshelfer in Europa untersuchen. Unter der Fragestellung "Warum setzten sich Menschen für Geflüchtete ein?" werden sie Ehrenamtliche, Geflüchtete und Amtspersonen in Griechenland, Slowenien und den Nachfolgestaaten Jugoslawiens interviewen, teilte die Universität Osnabrück am Donnerstag mit. 

Staatliche und nichtstaatliche Institutionen allein hätten die große Zahl der Menschen, die im vergangenen Jahr über die sogenannte Balkanroute geflüchtet seien, nicht versorgen können, erläuterte Olaf Kleist vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er leitet das Projekt "Volunteering for Refugees in Europe" gemeinsam mit Serhat Karakayali von der Humboldt Universität Berlin. Mit ersten Ergebnissen rechnet er im Frühjahr 2017.

Kleist, Karakayali und ihr internationales Forscherteam wollen den persönlichen Motiven, Sozialstrukturen und politischen Rahmenbedingungen auf den Grund gehen. Dass Freiwillige aus ganz Europa zusammenkamen, um Flüchtlingen zu helfen, sei ein neues und faszinierendes Phänomen, betonte Karakayali. Kleist ergänzte, die Wissenschaftler wollten der Fragen nachgehen, "ob sich eine pro-immigrantische und auf Menschenrechten basierende europäische Zivilgesellschaft oder Sozialbewegung quasi als Flüchtlingspolitik von unten gebildet hat".

Karakayali und Kleist forschen bereits seit 2014 zu ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit in Deutschland. Die Studie wird den Angaben zufolge von der Gerda-Henkel-Stiftung mit rund 70.000 Euro gefördert. Die 1976 gegründete Stiftung vergibt nach eigenen Angaben Stipendien und fördert Forschungsprojekte vor allem auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen