Neue Geschäftsstelle für Hospizarbeit in Niedersachsen wird eröffnet

Nachricht 02. August 2016

Hannover/Celle (epd). Zur besseren Versorgung sterbenskranker Menschen und ihrer Angehöriger wird an diesem Dienstag in Celle eine landesweite Geschäftsstelle eröffnet. "Da der Hilfebedarf schwer kranker und sterbender Menschen von Fall zu Fall unterschiedlich ist und sich auch im Verlauf der letzten Lebensphase verändern kann, ist eine vernetzte Versorgung wichtig", sagte die Leiterin, Rosemarie Fischer. Die Einrichtung knüpfe an den im Februar gegründeten Landesstützpunkt für Hospizarbeit und Palliativversorgung an und ermögliche ein reibungsloses Ineinandergreifen verschiedener Hilfsangebote.

Die vier Mitarbeiter werden den Angaben zufolge Ehrenamtliche fortbilden und den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung begleiten. Ein Schwerpunkt der Arbeit soll die Verbesserung der Palliativversorgung besonders in Altenpflegeeinrichtungen sein. Zudem soll die Abstimmung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen optimiert werden. Ein Soziologe werde das aktuelle Versorgungsangebot außerdem wissenschaftlich analysieren.

Vier Organisationen beteiligen sich an dem Landesstützpunkt: Die Landesvertretung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, die Niedersächsische Koordinierungs- und Beratungsstelle für Hospizarbeit und Palliativversorgung, die in dem Verein aufgeht, der Hospiz und Palliativ Verband Niedersachsen sowie das Betreuungsnetz für schwer kranke Kinder. Das Land fördert den Angaben zufolge den neuen Stützpunkt in diesem Jahr mit knapp 240.000 Euro. Bis 2020 sei eine Förderung in ähnlichen Umfang geplant.

In Niedersachsen gibt es den Angaben zufolge derzeit 26 Hospize mit insgesamt 250 Plätzen, darunter sind zwei Kinderhospize. Hinzu kommen rund 130 ambulante Hospizdienste, in denen mehr als 3.100 Ehrenamtliche Sterbende betreuen. Ergänzt wird das Angebot durch 320 Palliativbetten in den Krankenhäusern und 44 Anbietern der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), die Hilfe zu Hause oder in Altenpflegeheimen leisten. Zudem haben 490 Ärzte eine Zusatzausbildung in Palliativmedizin.

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