Sprachferienkurse für Migranten stark nachgefragt

Nachricht 29. Juli 2016

Hannover (epd). Rund 360 Jugendliche aus 52 Nationen haben in den vergangenen elf Jahren an Sprachferienkursen der Diakonie in Hannover für junge Migranten teilgenommen. "Das Angebot ist stark nachgefragt, der Bedarf ist riesig", sagte der Sozialpädagoge Frank Hülsemann am Mittwoch in Hannover in einer Zwischenbilanz nach dem 25. Kurs. Die meisten Jugendlichen kämen inzwischen aus Afghanistan.

Die einwöchigen Ferienangebote für zugewanderte Jugendliche, die mehrmals im Jahr Sprachkurs und Freizeitprogramm kombinieren, bieten jeweils 16 Plätze. Dafür gingen aber 40 bis 50 Anmeldungen ein, sagte Hülsemann. Von Jahr zu Jahr sei deshalb die Zahl der Kurse gewachsen. Inzwischen gebe es vier pro Jahr. "Die Kurse sind ein Selbstläufer." Viele Kontakte würden an den Schulen über Lehrer vermittelt.

In den Sprachferienkursen können Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ihre Deutschkenntnisse verbessern. Der Vormittag besteht aus Übungen und Spielen zum Spracherwerb. Den Nachmittag verbringen die Jugendlichen mit Ausflügen und anderen Aktionen. Zwei Sozialpädagogen und ein Lehrer betreuen die Jugendlichen. Das Projekt wird von der Stadt Hannover sowie einem kleinen Teilnahmebeitrag finanziert.

Anfangs seien die Teilnehmer vor allem Aussiedler gewesen. Später seien Jugendliche aus Polen, Rumänien oder Bulgarien hinzugekommen, erläuterte Hülsemann. Heute kämen viele Teilnehmer aus den Krisenländern Syrien, Afghanistan, Eritrea oder dem Irak. Vor allem für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge seien die Ferienkurse eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Informationen auszutauschen und so das "Fremdsein in der Fremde" zu durchbrechen.

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