Tagestreffs für Obdachlose suchen neue Räume

Nachricht 22. Juli 2016
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Tagesstätte für Wohnungslose (Symbolfoto). Bild: epd-bild / Thomas Lohnes

Hannover (epd). Zwei renommierte Tagestreffs für obdachlose Menschen in Hannover suchen dringend neue Räume. Die Anlaufstelle "DüK" ("Dach überm Kopf") des Diakonischen Werks am Rand der Innenstadt müsse Ende des Jahres ausziehen, weil der Vermieter wegen Eigenbedarf gekündigt habe, sagte Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes am Donnerstag. In der Landeshauptstadt leben nach Schätzungen insgesamt etwa 4.000 wohnungslose Menschen.

In den Tagestreff der Diakonie kommen täglich etwa 50 Wohnungslose, um zu duschen, ihre Wäsche zu waschen, sich Essen zu kochen, zu telefonieren oder einen Teil ihrer Freizeit zu verbringen. Auch der "Tagesaufenthalt Nordbahnhof", der vom Verein "Selbsthilfe Wohnungslose" organisiert wird, muss dem Pastor zufolge seine angestammten Räume verlassen. Dort halten sich jeden Tag rund 80 Obdachlose auf.

Falls die Tagestreffs keinen Ersatz finden, werde sich der Zulauf auf andere Einrichtungen wie den Kontaktladen "Mecki" der Diakonie im Stadtzentrum konzentrieren, sagte Müller-Brandes: "Die Unzufriedenheit und die sozialen Spannungen werden zunehmen." Der evangelische Pastor richtete einen dringenden Appell an die Besitzer von Immobilien, der Diakonie und ihren Partnern geeignete Räume für die Wohnungslosenhilfe zu vermieten. Diese müssten günstig gelegen und bezahlbar sein.

Durch Flüchtlinge und Zuwanderer aus Osteuropa sei die Zahl der Wohnungslosen in Hannover zuletzt deutlich gestiegen, erläuterte Müller-Brandes. Etwa 400 Menschen schlafen in der Stadt vor allem in der warmen Jahreszeit regelmäßig im Freien. Andere kommen etwa bei Freunden oder Bekannten unter oder in einem kommunalen Wohnheim.

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