Bevollmächtigte der Konföderation: Gemeinsame evangelische Kirche in Niedersachsen weiter möglich

Nachricht 23. Juni 2016

Braunschweig/Hannover (epd). Ein Zusammenschluss der fünf evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen zu einer einzigen Kirche ist aus Sicht der Kirchenjuristin Andrea Radtke weiterhin möglich. "Wir haben viele Themen auf der Liste, bei denen es sinnvoll wäre, wenn die Kirchen stärker zusammenarbeiten würden", sagte sie dem Magazin "Evangelische Perspektiven" der braunschweigischen Landeskirche. Daraus könne eine noch engere Kooperation entstehen. Radtke ist als juristische Bevollmächtigte in der Geschäftsstelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen mit Sitz in Hannover tätig.

Die Entwicklung müsse aber von den Kirchen selber kommen und von allen gewollt sein, betonte sie. "Nur dann kann eine gemeinsame Kirche Gestalt gewinnen. Das war bisher nicht der Fall." Erste Anläufe, eine gemeinsame Landeskirche zu schaffen, waren 2009 gescheitert.

Die theologische Bevollmächtigte Kerstin Gäfgen-Track sagte dem Magazin, dass die Arbeit der Konföderation möglicherweise die Offenheit für eine solche Entwicklung fördern könne. Die Geschäftsstelle der Konföderation versuche, alle Kirchen gleichermaßen zu vertreten. "Wenn das gut läuft, muss man schauen, was daraus entsteht."

Die Landeskirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Schaumburg-Lippe sowie der Evangelisch-reformierte Kirche hatten sich 1971 zur Konföderation zusammengeschlossen, um ihre Interessen gegenüber dem Land Niedersachsen gemeinsam zu vertreten und Gemeinschaftsaufgaben wahrzunehmen. Die Kirchen repräsentieren landesweit zusammen rund 3,5 Millionen Protestanten. Davon gehören rund drei Viertel zur hannoverschen Landeskirche.

Die hannoversche Landessynode hatte lange darauf gehofft, dass sich die fünf Landeskirchen zu einer "Evangelischen Kirche in Niedersachsen" zusammenschließen. Dieses Modell scheiterte jedoch am Widerstand der vier kleineren Kirchen. Kritiker vor allem aus der hannoverschen Landeskirche hatten immer wieder einen zu hohen Abstimmungsbedarf zwischen den Kirchen bemängelt. 

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen