Kirchen begrüßen Stiftung für behinderte Heimkinder

Nachricht 20. Juni 2016
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Symbolfoto: Teilnehmer einer Pressekonferenz des Vereins ehemaliger Heimkinder. Bild: Rolf Zoellner/epd-bild

Hannover/Berlin (epd). Die beiden großen Kirchen haben die Einigung von Bund und Ländern über eine Stiftung für ehemalige Heimkinder in Behinderten-Einrichtungen begrüßt. Sie erklärten am Freitag in Bonn und Hannover, mit der Zustimmung zur Stiftung "Anerkennung und Hilfe" werde den Betroffenen ein wirksames Hilfsangebot zur Bewältigung ihrer leidvollen Erfahrungen gemacht.

Die Kirchen hätten seit 2009 eine Regelung für die Heimkinder in Behinderten-Einrichtungen gefordert, die mit denen für die anderen Heimkinder vergleichbar sei, hieß es. Nun liege ein tragfähiges Lösungsmodell vor. Die Stiftung sollte ihre Arbeit bald aufnehmen, forderten die Kirchen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sprach in Berlin von einem Durchbruch. Die Betroffenen warteten schon viel zu lange auf Hilfe. Die vereinbarte Zahlung von 9.000 Euro pro Person sei "ein deutliches Signal der Anerkennung und Hilfe".

Bund und Länder hatten sich am Mittwochabend beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Zahlungen verständigt. Sie gehen an Opfer von Misshandlungen in den Heimen der alten Bundesrepublik und der DDR. Neben der Pauschale von 9.000 Euro soll es auch Rentenersatzleistungen geben für Betroffene, die als Jugendliche in den Heimen arbeiten mussten.

Es wird mit Ausgaben von mehr als 200 Millionen Euro gerechnet. Um den Fonds für behinderte Heimkinder war jahrelang gerungen worden. Wegen der Kosten hatten die Länder eine Einigung lange blockiert.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen