Regionalbischöfin Spieckermann geht in den Ruhestand

Nachricht 09. Juni 2016
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Dr. Ingrid Spieckermann. Bild: Dethard Hilbig/epd-bild

Hannover (epd). Die dienstälteste Regionalbischöfin der hannoverschen Landeskirche, Ingrid Spieckermann (65), geht an diesem Sonntag in den Ruhestand. Sie steht seit mehr als 16 Jahren als Landessuperintendentin an der Spitze des Kirchensprengels Hannover mit rund 550.000 Gemeindemitgliedern. "Der Dialog mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Kulturen hat diese Arbeit herausfordernd, aber auch spannend gemacht", bilanzierte sie am Mittwoch in Hannover.

Die promovierte Theologin wird bei einem Festgottesdienst in der Neustädter Kirche von Landesbischof Ralf Meister verabschiedet. Ihre Nachfolge übernimmt am 1. Februar 2017 die frühere Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bahr, die zurzeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin tätig ist.

Spieckermann wurde in Nordhorn nahe der niederländischen Grenze geboren und studierte ab 1969 Theologie, Philosophie und Germanistik. 1982 promovierte sie in Systematischer Theologie in Göttingen. Nach drei Jahren als Gemeindepastorin im Raum Hildesheim wechselte sie 1989 ins Landeskirchenamt in Hannover und wurde dort 1992 Oberlandeskirchenrätin für Publizistik, Öffentlichkeitsarbeit und überregionale Dienste. Die Theologin ist verheiratet mit dem Göttinger Professor für Altes Testament, Hermann Spieckermann.

Seit dem 1. Januar 2000 leitet sie den Sprengel Hannover, zu dem neben der Region Hannover seit 2007 auch Teile der Landkreise Nienburg und Schaumburg gehören. Zu ihren besonderen Anliegen gehören der Austausch zwischen Kirche und Kultur sowie die Begegnung zwischen Christen, Juden und Muslimen. Zum christlich-jüdischen Dialog initiierte sie im vergangenen Oktober erstmals einen "Bibel-Sprengel-Tag". An Feiertagen gestaltete sie musikalische Gottesdienste mit klassischen Werken. Mit "Orgel-Stipendien" unterstützt sie den kirchenmusikalischen Nachwuchs.

Die Landessuperintendentin lud regelmäßig Landespolitiker am Buß- und Bettag zu einer Dialogpredigt ein. Sie unterstützte auch die Initiative "Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus". 2009 ließ sie die Christuskirche in Hannover im Zuge eines "Gartenjahres" in der Region mit Pflanzen und Bäumen vorübergehend zur "Garten-Eden-Kirche" umgestalten. In den 16 Jahren hat sie rund 100 Nachwuchstheologen ins Pfarramt ordiniert. Die hannoversche Landeskirche, mit rund 2,7 Millionen Mitgliedern die größte evangelische Landeskirche in Deutschland, teilt sich in sechs Sprengel zwischen Harz und Nordsee.

copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Veranstaltungshinweis

Der Festgottesdienst zur Verabschiedung von Dr. Ingrid Spieckermann beginnt am Sonntag (12. Juni) um 15 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover.

Zur Internetseite des Sprengels Hannover

Hinweis

Ein ausführliches Gespräch mit Dr. Ingrid Spieckermann und Impressionen vom Verabschiedungs-Gottesdienst gibt es im Tagesthema am kommenden Dienstag.