Tschernobyl-Kinder zur Erholung in Niedersachsen eingetroffen

Nachricht 01. Juni 2016

Hannover (epd). 30 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl empfängt die hannoversche Landeskirche erneut rund 600 Kinder aus der Region und ihre Begleiter zu ihrer Ferienaktion. Die ersten knapp 120 Kinder sowie Mütter mit Kleinkindern aus Weißrussland sind am Mittwoch auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen angekommen. Die evangelische Landeskirche startet ihre Aktion zum 26. Mal, wie Koordinator Lars-Torsten Nolte mitteilte. Die Aktion der Landeskirche ist nach seinen Angaben die größte in ganz Deutschland.

Seit 1991 sind dabei mehr als 26.000 Menschen aus der von der Reaktorkatastrophe besonders betroffenen Gomel-Region zur Erholung nach Niedersachsen gereist. Neben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Aktion wurden die Kinder Nolte zufolge am Flughafen auch vom Botschaftsrat der weißrussischen Botschaft in Deutschland, Aleksei Zhbanov begrüßt. Er überreichte den Engagierten eine Urkunde für "den bedeutenden Beitrag zum Wiederaufbau und zur nachhaltigen Entwicklung" der durch die Tschernobylkatastrophe seines Landes betroffenen Gebiete.

Die Kinder sollen sich für jeweils vier Wochen in 19 Kirchenkreisen der evangelischen Landeskirche erholen, hieß es. Die Hilfe sei weiter nötig, unterstrich Nolte. "Wissenschaftler erwarten in den nächsten Jahrzehnten eine weitere starke Zunahme von Krebserkrankungen, weil der Erdboden mit zum Teil langlebigen radioaktiven Substanzen verseucht ist."

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