Verein plant Jüdische Kulturtage in Göttingen

Nachricht 01. Juni 2016

Göttingen (epd). In Göttingen werden erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Jüdische Kulturtage ausgerichtet. Vom 16. bis zum 19. Juni gibt es in der Stadt Führungen, Gottesdienste, Workshops und ein Kulturprogramm, teilte der Verein Jüdisches Lehrhaus mit. Er feiert mit den Kulturtagen sein 14-jähriges Bestehen.

Mehrmals bietet der Verein Führungen durch das Löwenstein-Haus. Dort befinden sich die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde, das einzige jüdische Ritualbad ("Mikwe") Göttingens sowie ein koscheres Restaurant. In der Synagoge finden während der Kulturtage auch zwei Gottesdienste statt.

Am 18. Juni können Interessierte an einem Workshop für israelische Tänze teilnehmen. Für den 19. Juni sind Auftritte der Berliner Puppenspielbühne "Die Koscher-Maschine" und der Liedermacherin Angelika Campos de Melo angekündigt.

Das Jüdische Lehrhaus und die Jüdische Kultusgemeinde zählen sich zum konservativen Judentum. Die Mitglieder hatten sich 2002 von der liberalen Jüdischen Gemeinde getrennt. Streit gab es unter anderem um die Verlegung sogenannter Stolpersteine mit den Namen jüdischer Nazi-Opfer in Göttingen. Während die Jüdische Gemeinde die Initiative begrüßt, befürchtet die Kultusgemeinde, die Namen der Opfer würden erneut mit Füßen getreten.

copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen