Kirchliche Organisationen weisen Kritik der AfD zurück

Nachricht 29. Mai 2016
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Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland; Bild: Norbert Neetz/epd-bild

Hannover/Frankfurt a.M. (epd). Nachdem die Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, am Wochenende Kritik an der kirchlichen Flüchtlingsarbeit wiederholt hatte, haben am Montag die Wohlfahrtsverbände und der Verband "Evangelische Frauen in Deutschland" reagiert. Diakonie und Caritas wiesen die Vorwürfe, sie verfolgten in der Flüchtlingshilfe eigene Interessen, als "unsinnig" und "unsäglich" zurück. Der Frauenverband mit Sitz in Hannover sprach von "reiner Demagogie".

Die Behauptungen der AfD seien "so unsäglich und so verabscheuungswürdig, dass wir uns damit gar nicht weiter befassen wollen", sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, bezeichnete die Aussagen als "Unsinn". Menschen in Not zu helfen "ist selbstverständlich für Christen", sagte Neher und ergänzte: "Nichts anderes tun wir in der Hilfe für Flüchtlinge." Dafür setze die Caritas auch "viele Eigenmittel" ein.

Auch Angelika Weigt-Blätgen, Vizevorsitzende der Evangelischen Frauen, die stark in der Flüchtlingshilfe engagiert sind, sagte, es sei ein "hohes Gut christlicher Menschen- und Nächstenliebe", Menschen in Not zu helfen. Das gelte auch für Flüchtlinge. Die Verbandsvorsitzende Susanne Kahl-Passoth sagte, wer wie die AfD diese Arbeit angreife, "beleidigt, verhöhnt und verachtet Menschen und insbesondere Frauen, die selbstlos anderen in Not helfen".

Am Wochenende hatte die AfD-Vorsitzende Petry die Kritik eines Parteikollegen aus Bayern an der Flüchtlingshilfe der Kirchen bekräftigt. Es gebe eine starke Verflechtung der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände in die Aufnahme von Flüchtlingen und "damit natürlich eine Partizipation an den staatlichen Mitteln". Bei ihrem Engagement habe die Kirche eigene Interessen, sagte Petry.

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