Regionalbischof Brandy ermuntert Kirche zu Neuaufbrüchen

Nachricht 29. Mai 2016
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© epd-bild / Jens Schulze

Wischhafen/Kr. Stade (epd). Der Stader Regionalbischof Hans Christian Brandy hat die Christen und die Kirche dazu ermuntert, Aufbrüche in neues, unbekanntes Terrain zu wagen. Sie sollten alte Pfade, in denen sie sich festgefahren hätten, verlassen und neue Wege beschreiten, sagte der Landessuperintendent im traditionellen "Elbmarschengottesdienst" am Sonntag am Fähranleger in Wischhafen. Erst in der vergangenen Woche habe der Sprengel Stade gemeinsam mit der katholischen Kirche einen Tag der Zukunft veranstaltet. In Workshops sei es um die Frage gegangen, wie die Gemeinden mit neuen Angeboten Menschen ansprechen könnten.

Mit dem Gottesdienst unter freiem Himmel wollten evangelische Kirchengemeinden links und rechts der Elbe eine symbolische Brücke über den Fluss schlagen. Im Mittelpunkt stand der 530 Kilometer lange Fernradweg Mönchsweg, der die beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen über die Elbfähre miteinander verbindet. Viele Besucher waren mit Fahrrädern angereist.

Brandy erinnerte in seiner Predigt an die Aufforderung Gottes an Abraham, sich mit seinem ganzen Volk auf den Weg zu machen in ein neues, gelobtes Land. Der Mensch stehe bei seinen Neuaufbrüchen unter dem Segen Gottes. Genauso wichtig sei es jedoch, eine gute Balance zu finden zwischen Aufbruch und Sesshaftigkeit. "Dauer und Wechsel brauchen ein gutes Gleichgewicht", sagte Brandy.

Der Regionalbischof mahnte aber auch, nicht jeden Aufbruch zu idealisieren. "Wir haben doch alle die Bilder vor Augen, von Menschen die geflohen sind vor Krieg und Verfolgung, vor Armut und miserablen Lebensbedingungen." Wanderschaft sei für 60 Millionen weltweit, die vor Krieg und Verfolgung flüchteten, mit großer Not verbunden, betonte Brandy. Er dankte allen, die sich für Flüchtlinge engagierten.

Der Radfernweg führt von Bremen über Wischhafen und Glückstadt an der Elbe bis nach Puttgarden auf Fehmarn und in Dänemark weiter nach Roskilde. Die Mönchsroute gilt als erster spiritueller Radfernweg Deutschlands. Er orientiert sich an dem Weg früherer Missionare: Von Bremen aus wurden im Mittelalter Norddeutschland, das Baltikum und Skandinavien christianisiert.

Erkennungszeichen des Mönchswegs ist ein Logo, das die Silhouette einer Kirche in einer geöffneten Pforte zeigt. Eine kostenlose Broschüre, ein Radwanderführer und eine Internetseite informieren über alles Wissenswerte.

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