"Jewish Allstars": Ausstellung porträtiert deutsch-jüdische Sportler

Nachricht 26. Mai 2016

Hildesheim/Berlin (epd). Eine Ausstellung erinnert ab diesem Sonnabend an das Leben von herausragenden deutsch-jüdischen Sportlern im Dritten Reich. Unter dem Titel "Zwischen Erfolg und Verfolgung" werden die 17 Sportler anhand von überlebensgroßen Abbildungen bis zum 17. Juni in der Hildesheimer Arneken Galerie vorgestellt, teilten die Initiatoren vom Berliner Zentrum deutsche Sportgeschichte mit. Die Frauen und Männer wurden während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen und Titel wurden ihnen aberkannt.

Die Ausstellung zeige, wie die NS-Diktatur ihre rassistische Ideologie in allen gesellschaftlichen Bereichen umsetzte, hieß es. Viele Athleten flohen, zahlreiche weitere seien deportiert und ermordet worden. Zu den Sportlern zähle unter anderem der Schachweltmeister Emanuel Lasker (1868-1941) und die Olympiasiegerin im Fechten, Helene Mayer (1910-1953). Einen Blick in die Gegenwart gebe die Biografie der Schwimmerin Sarah Poewe, die 2004 als erste jüdische Athletin nach Ende des Zweiten Weltkriegs für Deutschland bei Olympia die Bronzemedaille gewann.

Die Texte zur Ausstellung sind in deutscher und englischer Sprache verfasst. QR-Codes führen die Besucher zudem zu einer Online-Ausstellung mit ergänzenden Texten, Fotos und Filmen zur jüdischen Geschichte im deutschen Sport. Zur Ausstellung ist zudem ein Sammelkartensatz "Jewish Allstars" erschienen. Erstmals wurde die Ausstellung im vergangenen Jahr in Berlin gezeigt. Sie wurde vom Zentrum deutsche Sportgeschichte und den Universitäten in Potsdam und in Hannover initiiert.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen