Landessynode: Facebook, Twitter und Co. auf dem Weg in die hannoversche Landeskirche

Nachricht 25. Mai 2016
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Bild: Jens Schulze 

Hannover (epd). Facebook, Whatsapp oder Snapchat könnten schon bald zum Alltag in der Kommunikation der hannoverschen Landeskirche gehören. Die Synode beschloss am Mittwochabend zu prüfen, wie soziale Medien künftig offiziell genutzt werden sollen. Die größte evangelische Kirche in Deutschland hatte sich bisher bei der Nutzung der sozialen Medien zurückgehalten, nachdem die Synode 2011 ein entsprechendes Moratorium beschlossen hatte.

Damals hieß es, die Entwicklung solle zunächst abgewartet werden. "Diese Entwicklung ist aber weitergegangen", sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, vor dem in Hannover tagenden Kirchenparlament.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kirchengemeinden kommunizierten längst über die sozialen Medien miteinander, sagte de Vries. "Während wir noch meinen, das Mailen sei die wesentliche elektronische Kommunikationsform, spielen Mails in der Gemeindearbeit vielfach keine Rolle mehr." Mitteilungen erfolgten über Facebook, Whatsapp oder Snapchat: "Während wir noch Mühe haben, unsere Bilder in ein Word-Dokument zu integrieren, teilen jüngere und zunehmend auch ältere Menschen in den Gemeinden über Instagram und Youtube längst ihre Bilder und Filme", ergänzte der Theologe. So sei für manche Kirchengemeinden bereits nicht mehr die Homepage das Haupt-Kommunikationsmittel, sondern vor allem die Facebook-Seite.

Gleichzeitig sei es bei brisanten gesellschaftlichen Themen aber erschreckend, wie Menschen im Internet jedes Gefühl für Anstand und Political Correctness verlören, betonte de Vries: "Sie bewegen sich - nicht einmal anonym - im Netz, und das bis tief hinein in unsere Kirche." Dies berge große Gefahren: "Aber Nicht-Anwesenheit hilft da für uns als Kirche auch nicht weiter. Viele Kirchenmitglieder erwarten geradezu, dass wir uns in solche Diskussionen mit guten, fundierten Beiträgen einmischen."

Die Landeskirche ist zurzeit dabei, ihre interne und externe Öffentlichkeitsarbeit zukunftsfähig zu organisieren. Unter anderem soll eine "professionell strukturierte Kommunikationsabteilung" mit einer Stabsstelle an der Spitze geschaffen werden. Noch bis Ende Mai werden haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach ihren Wünschen für eine gelingende Kommunikation innerhalb der Kirche befragt.

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